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Bach (Ltd.ed.)
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|  | ..es nie einen Umbruch in der Bach-Auffassung (statt aller: Gould und jetzt Fray) gegeben. Statt dessen ein verstaubter, romantisierender Duktus (diffuser Anschlag, mit viel Pedal verwaschen) der vielleicht zur Mendelsohn-Zeit durchgegangen wäre, mit Spätbarock aber nichts gemein hat. Wenn schon Bach am modernen Klavier, dann sicher nicht so.
| | Pianistisch überzeugend; aber nicht spektakulär | |
|  | Helene Grimaud spielt auf sehr hohem technischem Level und überzeugt hier mit einer bodenständigen Bach-Interpretation, auch wenn hier nichts wirklich herrausragendes präsentiert wird.Über die Mischung der Stücke lässt sich natürlich streiten, eine reine Bach CD wäre evtl. doch besser gewesen, liese sich aber wahrscheinlich nicht so gut vermarkten. Die Stücke aus dem Wohltemperierten Klavier gehen meiner Meinung nach etwas unter, da sie von dem "gewaltigen" Chaconne durchbrochen werden. Welches auch mein Hauptkritikpunkt ist: Die Anordnung der einzelnen Titel hätte strukturierter sein sollen.
| | Langweilige Interpretation. | |
|  | Nach mehreren, sehr guten bisherigen CDs der Künstlerin (Ihre Interpretationen von Beethovensonaten und -Klavierkonzerten finde ich ausgezeichnet) nun eine CD, welche ihren Kauf NICHT wert ist. Wenn man die Bach-Interpretationen eines Murray Perahia oder Sviatoslav Richter kennt, so verblaßt diese Aufnahme vollständig. Bach+Grimaud=Langeweile.
| |  | Soll man Bachs Klavierwerke auf einem Originalinstrument oder auf einem modernen Flügel spielen? Für Hélène Grimaud ist diese Diskussion kein Thema. "Bach lässt sich auf jedem Instrument wundervoll spielen", sagt sie und tritt prompt den Beweis an. Sie interpretiert Bach auf einem (Steinway) Konzertflügel - und überzeugt damit auf unvergleichliche Art. In der Auseinandersetzung mit den verschiedenen Aufführungstraditionen und -ideologien fand sie ihren eigenen, persönlichen Weg zu Bach: Ohne Dogmen, aber auch ohne stilistische Extreme. Stattdessen mit der für sie charakteristischen Haltung, und die heißt: intellektuelle und emotionale Aufrichtigkeit.
Hélène Grimaud's Bach-Interpretationen entspringen dem Hier und Jetzt. Vielleicht klingen die Kompositionen unter ihren Händen deshalb so organisch und so ehrlich. Auf ihrem Konzeptalbum stellt sie originale Bach-Werke (ausgewählte Stücke aus dem Wohltemperierten Klavier sowie das erste Klavierkonzert d-Moll) und Bach-Bearbeitungen anderer Komponisten (Busoni, Liszt, Rachmaninow) gegenüber.
Faszinierend, wie Hélène Grimaud zwischen der formalen Strenge und dem spirituellen Gehalt der Kompositionen vermittelt. Ihr Spiel ist transparent und fließend, der Anschlag klar konturiert, die Dynamik kontrastreich. Die moderaten Tempi lassen die die Musik in einem natürlichen Fluss erklingen. Bemerkenswert: Wo andere Interpreten oft mathematisch streng am Metrum kleben, belebt Hélène Grimaud die Musik mit flexibler Artikulation und dynamischen Akzenten.
Die Rhythmik in Bachs Kompositionen gewinnt dadurch an emotionaler Spannung. Man höre zum Beispiel den Finalsatz des Klavierkonzertes (Allegro, Track 7): Mit wogendem, akzentuiertem Spiel entfacht Hélène Grimaud einen mitreißenden musikalischen Sog; mit ihrer kraftvollen "Linken" arbeitet sie die Kontrapunktik des Satzes plastisch heraus. Hier "groovt" es, auch ohne dass Solistin und Orchester das Tempo irrwitzig beschleunigen müssten. Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen - von der Solistin geleitet - agiert mit Verve, charakteristischem Klangprofil und bestechender Akkuratesse.
Die Chaconne d-Moll (Bearb: Busoni) atmet Größe und Weite. Hélène Grimaud kostet das Dynamik- und Klangspektrum dieser Bearbeitung mit kontrollierter Leidenschaft aus. Die mächtigen Akkorde und Steigerungen gestaltet sie ausdrucksstark, ohne den Bogen zu überspannen.
Erwähnung verdient die ansprechende Ausstattung des Albums: Mit 76 Minuten Spielzeit ist die CD randvoll mit herrlicher Musik. Auch das dreisprachige Booklet macht Freude. In einem Vorwort gibt Hélène Grimaud Auskunft über ihre persönliche Sicht auf den Menschen J.S. Bach und sein Schaffen. Ein ausführliches Interview gibt weitere Aufschlüsse über die musikalische Konzeption dieser CD. Anspruchsvolle Fotografien vom Fotokünstler Mat Hennek zeigen die Pianistin bei der "Arbeit", ergänzt durch Impressionen aus dem Aufnahme- und Tonstudio.
Fazit: Ein programmatisch und musikalisch großartiges Album in attraktiver Aufmachung.
| |  | Man muss dankbar sein, dass es heutzutage noch solche Interpreten wie Helene Grimaud überhaupt gibt - in dieser monotonisierten, digitalisierten, kommerzialisierten Welt, wo ein Blick in den Namen der grossen Künstler des vergangengenen Jahrhunderts einem Tränen in den Augen verursachen.
Ihre Interpretationen von Bach sind modern (wie der Komponist selbst), schlicht und schön, ohne unnötigen Pump. Wie schon von anderen hingewiesen - besonders schön ist die Chaconne von Busoni umgeschrieben, das Video der letzten 3 Minuten ebenfalls.
Ich glaube was die Deutsche Grammophon mit ihren Künstler macht ist äußerst relevant im Bezug auf die Gegenwart, da sie ein größeres Auditorium erreicht. Das Produkt ist ganz einfach ein Inbegriff der Schönheit.
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