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Home > Music > Melancholie & Gesellschaft
Melancholie & Gesellschaft

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Kurzbeschreibung: 
MELANCHOLIE & GESELLSCHAFT
Da kann sich der gute PeterLicht noch so sehr verhüllen, sich auf Pressephotos hinter fliegenden Tauben oder Büschen verstecken, auf Konzerten darum bitten, nicht abgelichtet zu werden: Er ist ein kleiner Pop-Star geworden. Zu Recht, denn kaum jemand in diesem Land ist in der Lage, solch intelligente Texte voller Neologismen, subtilen Humor und Sprachwitz in wunderbar simple Pop-Songs zu verpacken, wie der Träger des Ingeborg-Bachmann-Preises. Melancholie und Gesellschaft untermauert diese Ausnahmestellung, und man könnte jeden einzelnen Satz daraus als Zitat nehmen, ihn sezieren und analysieren, um anerkennend fest zu stellen, wie kreativ und filigran dieser junge Mann mit Worten umgehen kann. Die Melodien und Arrangements mit dem Piano im Zentrum sind unaufdringlich schön, mehr sanfter Soundtrack für die melancholischen Lieder, in denen überall eine überhaupt nicht verbiesterte System- und Kapitalismuskritik und Beobachtung gesellschaftlicher Strömungen und Zustände durchsickert. Die Texte des Kölners sind also wieder der Star, die an Maximilian Hecker erinnernde Musik ein klasse getuntes Transportmittel und das darf nicht holpern, scheppern und quietschen. Es könnten sonst Buchstaben und schlimmstenfalls Inhalte verloren gehen, überlagert werden. Ohne Schwachstellen kommt Melancholie und Gesellschaft aus, mehr noch - es setzt etliche Glanzpunkte, wenn auch nicht so offensichtlich wie Sonnendeck. Da ist das bittersüße ?Trennungslied?, der Protestsong ?Stilberatung (Restsexualität)? oder das wehmütige ?Landlied? zum Finale. Auf die Frage, ob PeterLicht beim Blick auf diese Welt, unsere Gesellschaft Resignation oder Hoffnung verspürt, antwortet er: ?Hoffnung Hoffnung Hoffnung. Resignation wäre mir zu resignativ.? --Sven Niechziol


Kundenbewertungen: 
Herbststimmung, Heiterkeit und ein bisschen Gesellschaftskritik
5 out of 5 stars.
Fast könnte man meinen, PeterLicht plant so ganz nebenbei einen Jahreszeiten-Zyklus. Nachdem er in seinem zweiten Album "Stratosphärenlieder" federleichte Sommermusik geliefert hat, steht in der vorliegenden vierten CD der Herbst im Vordergrund. Nicht nur, dass explizit der September und "Der Sommer ist aus" genannt werden, es ist vor allem die Grundstimmung, die auf diese Jahreszeit hindeutet. Es geht in fast jedem Song ums Zurückblicken, Innehalten, Veränderungen und ähnliche Dinge. Beim Stück "Dein Tag" deutet sich durch die Metaphorik hindurch gar der Tod an - auch so ein typisches Herbstthema.

Trotz allen Schwermuts der meisten Themensetzungen fehlt in keinem Lied die typische Heiterkeit. PeterLicht hat die bemerkenswerte Begabung, sie jedem Thema, sei es auch noch so schwierig, bedrückend oder gar traurig unterzulegen. Und das, ohne dabei jemals ins Kitschige abzugleiten.

Gesellschaftskritik findet sich vor allem in den Stücken "Marketing" und "Stilberatung/Restsexualität" wieder. Im Ersten geht es um die Grundhaltung der modernen Marktsubjekte, die schon morgens daran denken, Quittungen zu ordnen, günstige Optionen zu verfolgen oder ähnlich seltsame Dinge zu tun. Das schlägt schließlich in eine Orgie der Vernichtung um. Ein passendes Stück, nicht zuletzt angesichts der Finanzkrise. "Stilberatung/Restsexualität" schließlich ist nichts anderes als eine Aufforderung an die Werbe- und sonstige-Dinge-Schaffenden, doch endlich damit aufzuhören, Sexualität im Zusammenhang mit ihren Produkten zu zeigen; Refrain: "Bedeckte Körper sind in Ordnung, Kleidung ist in Ordnung." - Herrlich!

Die Stücke sind durchgehend gut. Alles in allem ein rundum gelungenes Album, das man sich mehrmals am Tag anhören kann. Fünf Sterne ohne jedes Wenn-und-Aber.

Wenn ich nicht hier bin...
5 out of 5 stars.
...bin ich bei PeterLicht! Die CD ist eine hübsche Fortsetzung des vorherigen Albums. Sie zeigt einfach, was nach dem Ende des Kapitalismus folgt ... Melancholie in der Gesellschaft. Und das ist immer noch besser, als das, was zur Zeit vor dem Ende des Kapitalismus passiert ;-)

Weltverbesserer oder melancholischer Zyniker?
4 out of 5 stars.
Melancholiker erkennt man nach landläufiger Meinung an ihrem von Depressivität gekennzeichneten Gemütszustand. Dass dieser nicht unbedingt erstrebenswerte Zustand durchaus auch freudige Seiten haben kann, beweist uns der Berufsmelancholiker Peter Licht auf seinem mittlerweile 4. Album "Melancholie und Gesellschaft".

Darauf befinden sich 10 Lieder, die inhaltlich nur so von Sytemkritik mit anarchistischem Antlitz strotzen und dennoch nicht den gewissen künstlerischen Tiefgang vermissen lassen. So kann man selbst noch im melancholischsten Song erkennen, dass Peter Licht es versteht, seine negative Grundstimmung ins Positive zu wenden und sogar hin und wieder in die Träume unserer 68er-Väter (bzw. bald Großväter) verfällt.

Doch mal ehrlich: Wer sollte in dieser Welt noch träumen, wenn dies nicht einmal unsere Künstler vermögen? Peter Licht träumt und sagt gleichzeitig "Ja" auf "Melancholie und Gesellschaft". "Ja" zu diesem Leben, zu Liebe, zu Freunden etc. Doch es ist ein "Ja", dem alsbald ein "aber" mit drei kräftigen Ausrufezeichen folgt. Ausrufezeichen, die manchmal wie ein Hilferuf der "bedrängten Natur" klingen und durch Lichts markante Stimme so herrlich authentisch vorgetragen werden.

Allen Unkenrufen und Pessimisten des Pessimismuses zum Trotz, kann Peter Lichts neue CD überzeugen, eben weil sie ganz klar deutlich macht, dass purer Pessimismus immer Stillstand bedeutet und deshalb mit purer Lebenslust gekoppelt werden muss, um gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen zu können.

Mehr Konstanz und weniger Experimente
5 out of 5 stars.
Mit diesem Album ist Peter Licht weiter gereift, den er schafft es seinen
unverkennbaren Stil weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Essenz seines
Schaffens hervorzuheben.
Auf der Scheibe sind keine Füllstücke vorhanden, dafür aber ein roter Faden welcher sich durch sein großartigen Stücke zieht.
Bin der Meinung das dieses Album stärker ist als der Vorgänger weil er teilweise lockerer an seine Tracks rangeht, gleichzeitig aber nie den Ernst aus den Augen verliert.
Sehr musikalische Melodien und eingängige Soundpassagen laden zum Träumen ein.
Für jeden Fan von Peter Licht ein Pflichtkauf und alle anderen sollen auch mal ein Ohr riskieren.

Abgebaut
2 out of 5 stars.
Dem wunderbaren Titel, den man schon mit dem Fehlfarben Meisterwerk verknüpfen wollte, fehlt in der inhaltlichen Umsetzung etwas die Farbe.
Ich glaube nicht, dass der Künstler seinen Zenit bereits überschritten hat. Es ist ein merkwürdiges Album. Mit "Räume räumen" gelingt ein toller Start, aber textlich geht es dann, verglichen mit "Lieder vom Ende...", irgendwie den Bach herunter. Manchmal ist es besser sich ein wenig mehr Zeit zu lassen. Ob dies allerdings mit den Vorstellungen einer Plattenfirma kompatibel ist wage ich zu bezweifeln.
Das nächste Album wird besser und erscheint hoffentlich erst in 5 Jahren.





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