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Day After Tomorrow
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| DAY AFTER TOMORROW - musikalischer Höhenflug einer sehr spirituellen Joan Baez | |
|  | Dass Joan Baez' neues Album das erste Studiowerk seit fünf Jahren derart gelungen ist, lässt sich nicht einfach damit erklären, dass hier jede Position (Produzent, Musiker, Songs, Technik und natürlich diese Stimme) perfekt besetzt ist. Da ist schon etwas mehr im Spiel, eine Qualität, die sich jeder rationalen Definition entzieht und nur Künstlern zu eigen ist, die keine Grenze mehr kennen zwischen sich und dem was sie tun. "Day After Tomorrow", staubtrocken produziert vom Songwriter Steve Earle, der auch drei Songs beisteuert, ist Joan Baez in schönster Reinkultur. Da ist zunächst diese Stimme: voll, reich, durchlebt und ganz anders als der glockenhelle Sopran früherer Jahre. Baez hat an Pathos verloren und an Dringlichkeit gewonnen - was nicht zuletzt auch ein Verdienst der rein akustischen Instrumentierung und der genauso zurückgenommen wie homogen spielenden Band ist. Vergänglichkeit, Tod, Glaube und Erlösung sind die beherrschenden Themen des Albums. Man muss nicht religiös sein um bei Eliza Gilkysons "Requiem" auf die Knie zu sinken. »Oh Mother Mary, come and carry us in your embrace!« fleht sie und trägt den Hörer an Orte, die nur große Musik erreichen kann. Mit diesem innigen, ideologiefreien Folk-Purismus ist Joan Baez vielleicht näher bei sich selbst als je zuvor. (Der Schallplattenmann)
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