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Die Schwester der Königin

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Kurzbeschreibung: 
Universal Die Schwestern der Königin, USK/FSK: 12+ VÃ-Datum: 10.07.08
Die Schwester der Königin erzählt von zwei Schwestern, die sich um die Gunst eines Königs streiten und nutzt historische Fakten als Alibi für eine erfundene Geschichte, die zwar unterhaltsam, aber nicht immer völlig glaubwürdig ist. Anne Boleyn (Natalie Portman) ist die rehäugige Jungfrau, die von ihrem machthungrigen Onkel angewiesen wird, König Heinrich den Achten (Eric Bana) zu bezirzen. Ihre scheue Schwester Mary (Scarlett Johansson) stand immer in ihrem Schatten: Anne ist hübscher, angesehener und wird von vielen Männern begehrt. Als nun der König Mary als Geliebte erwählt, stellt sich Anne gegen ihre Schwester und erstrebt fortan, nicht nur die Gefährtin des Königs, sondern dessen neue Königin zu werden. Obwohl zwei Amerikanerinnen die weiblichen Hauptrollen spielen und ein Australier deren knackiges Objekt der Begierde, sind im Original dieses modern angehauchten Historienfilms die passenden englischen Akzente zu hören. Die Mutter der beiden Boleyn-Mädchen stellt zwar fest, dass ihre "Töchter zum Vorteil der Männer wie Vieh gehandelt werden", aber es ist Anne, die sich mit vollem Körpereinsatz darum bemüht, dass Heinrich sich mit ihr einlässt. Als er sie bittet, sich ihm hinzugeben, antwortet Anne ? die ein an Carrie Bradshaw erinnerndes 'B' als Schmuckstück um den Hals trägt ? "Mach mich zu deiner Königin." Soll man als Zuschauer wirklich glauben, dass Heinrich der Achte, der mächtigste Mann im Land, sich von Katharina von Aragon scheiden lassen, sich von der katholischen Kirche abspalten und England in Aufruhr versetzen würde, nur weil Anne sich weigerte, mit ihm zu schlafen, bis er durch all ihre Reifen gehüpft ist? "Für dich habe ich dieses Land zerrissen," faucht er, bevor sie ihm endlich zu Willen ist. Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Philippa Gregory bietet Die Schwester der Königin eine attraktive Besetzung und eine bekannte Handlung mit ein paar kitschigen Wendungen. Kieran McGuigans Kameraführung ist atemberaubend und trägt ebenso zum Gesamteindruck des Films bei wie die Dialoge. Sie wirkt sogar noch besser: Sätze wie "Und? Hat er dich gehabt?" klingen schon fast komisch. Aber die weitschweifigen Aufnahmen von Heinrichs Königreich und die behutsam inszenierten Nahaufnahmen von Portman und Johansson sind in ihrer Schönheit umwerfend und sagen, was man mit Worten nicht ausdrücken kann. --Jae-Ha Kim
Die Schwester der Königin erzählt die Geschichte der schönen Geschwister Anne und Mary Boleyn, zu einer Zeit, in der in Europa Geschichte geschrieben wurde. Getrieben vom blinden Streben ihrer Familie, kämpfen die Schwestern um die Liebe zum attraktiven wie leidenschaftlichen König Henry VIII. Während sich letztlich beide das Bett des Königs teilen, kann nur eine den Thron erklimmen. Für eine stürmische Regentschaft, die schon nach kurzer Zeit ihr tragisches Ende nimmt ? durch das Schwert des Henkers.

Ein kostbares und sinnliches Meisterwerk voller Machenschaften, Romantik und Intrigen.

Pressestimmen

  • Opulent, leidenschaftlich, dramatisch: So schön wurden Intrigen selten inszeniert! Jolie
  • Sensationelle Stars in einem Geschichts- Psychothriller über Liebe, Gier, Macht. Besser als Shakespeare lesen. BILD
  • Leidenschaft pur! TV14
  • Tolle Darsteller, Wahnsinns-Kostüme, fesselnde Handlung! InTouch
  • Liebe, Gier, Eifersucht, Verrat: Der düstere Kostümfilm bietet alles, was die Abgründe menschlicher Leidenschaft hergeben. GALA
  • Faszinierendes Porträt zweier machtbesessener Rivalinnen! Joy
  • Gefährliche Liebschaften mit zwei starken Rivalinnen! TVdigital
  • Fakten und Fiktion vermischen sich zu einem faszinierenden Intrigen-Reigen! TV Movie


Kundenbewertungen: 
SEHR durchschnittlich
2 out of 5 stars.
Ich hatte gehofft, hier eine Spielfilmversion der "Tudors" zu sehen, und wurde bitter enttäuscht.
Mary wurde eine Bedeutung beigemessen, die historisch nicht haltbar ist.
Eric Bana als Henry ist Klassen entfernt von Meyers als dem jungen Monarchen, der langsam in seine Machtfülle hineinwächst.
Die Schaffung der neuen anglikanischen Kirche als Resultat der römischen Unnachgiebigkeit fiel fast völlig unter den Tisch.

und vor allem...
Natalie Portman mag sich in STAR WARS zu Hause fühlen, als Anne Boleyn mit all ihrer Vielschichtigkeit und enormen erotischen Ausstrahlung ist sie schlicht überfordert.

Opulentes Historiendrama mit Schwächen
4 out of 5 stars.
Der Film nach dem Roman von Philipa Gregory behandelt Heinrich VIII tragisch endende Beziehung zu Ann Boleyn und seine weniger bekannte Affäre mit ihrer Schwester Mary.
Die Bestzung ist Stargespickt und spielt großartig bis in die kleinsten Rollen, die Ausstattung ist opulent und auch die Kameraführung ist gut.
Einziger Kritikpunkt ist, dass die Handlung versucht die Ereignisse mehrerer JAhre zu raffen erzähltechnisch so einiges auf der Strecke bleibt. Wann und warum verliebt sich Mary denn in Heinrich (oder Stafford)? Wieso wird nicht mal im Nebensazu erwähnt, dass ihr Mann stirbt etc...
Deshalb nur vier Sterne.

Schachmatt und die Dame im Spiel
5 out of 5 stars.
Philippa Gregory hat mit dem Roman "Die Schwester der Königin" (The Other Boleyn Girl) die tragische Geschichte der Boleyn-Mädchen in fabelhafter und gut recherchierter Form niedergeschrieben. Das Buch wurde 2008 mit den Stars Natalie Portman, Scarlett Johansson und Eric Bana von Justin Chadwick verfilmt.

Die Geschichte

Die Adelige Mary Boleyn ist gerade vierzehn Jahre jung, als sie an den englischen Königshof kommt, um dort der Königin Katharina von Aragón als Hofdame zu dienen. Mary ist erzogen worden, für ihre Familie alles zu tun, und wie gewohnt legt sie ihr Schicksal in die Hände ihres ehrgeizigen Vaters und des Onkels, die in ihr nicht anderes sehen als eine nützliche Marionette, um Einfluss zu gewinnen.
Die junge Frau findet sich sehr schnell am königlichen Hof zurecht und genießt das Vertrauen und die Freundschaft ihrer Königin, die sie oftmals den anderen Hofdamen vorzieht. Ihr Ansehen wächst von Tag zu Tag, und auch dem König fällt Mary schnell auf.

Ihre Schwester Anne Boleyn wird wenig später ebenfalls Hofdame der Königin, und auch sie fällt mit ihrer wohlerzogenen Art sofort auf. Ihre in Frankreich erlernten höfischen Manieren und auch ihre Mode unterscheidet sich vollkommen von der der englischen, und damit zieht sie nicht nur die anderen adeligen Männer im Palast in ihren Bann.
Als dem ehrgeizigen Onkel und dem Vater das Interesse des englischen Königs an den beiden jungen Frauen auffällt, werden diese schnell zum Spielball innerhalb der königlichen Politik. Marys Onkel ruft als Familienoberhaupt den Familienrat zusammen und gibt seinen Plänen ein Gesicht. Es trägt das Antlitz seiner Nichte Mary, die von nun an unter der Regie von Anne den König erobern und binden soll. Kein einfacher Schachzug, sondern ein Spiel mit dem Feuer, das den Beteiligten schnell die Existenz kosten kann.

Mary fügt sich wie gewohnt und ohne viele Widerworte den Befehlen und Wünschen ihrer Familie. Nur wenig später ist es Mary gelungen, den König mit ihrer unschuldigen und gewinnenden Art zu überzeugen, und sie schenkt ihm eine Tochter und einen Sohn. Der Familienklan der Boleyn sieht sich schon als Teil des Königshauses, aber Mary fühlt sich immer unwohler in ihrer Rolle und hat gegenüber ihrem Ehemann William Carey arge Gewissensbisse, der sie immerhin nicht verstößt und trotz alledem zu ihr hält und ihre Kinder annimmt.
Mehr und mehr gewinnt Anne dafür an Einfluss, und der Familienrat beschließt aufgrund dieser offensichtlichen Tatsache, die Rollen der beiden Schwestern zu tauschen. Anne ist skrupelloser, ehrgeiziger und immer Herrin der Lage. Sie versteht es, den König zu locken und zu manipulieren und sie ist überdies eine aufmerksame und wohlüberlegte Beobachterin.

Auf der königlich-politischen Bühne bewegt sie sich vollkommen sicher, mit dem einzigen Ziel vor Augen, eines Tages Königen von England zu werden.
Die einzige Schwierigkeit besteht darin, die Ehe mit Katharina von Aragón, der Ehefrau von Heinrich VIII., in Frage zu stellen und annullieren zu lassen. Um das zu erreichen, sind ihr alle Mittel recht ...
Mary sieht ihren Einfluss am Hofe schwinden und vernunftgemäß das Glück ihrer Kinder im Vordergrund, daher steht sie Anne nicht mehr als Rivalin gegenüber. Der Weg zum königlichen Thron ist frei für Anne Boleyn ...


Kritik
Philippa Gregory gelingt es in "Die Schwester der Königin", dem englischen Hof mit seiner ganz eigenen kleinen Welt und den darin lebenden Menschen ein lebhaftes Antlitz zu verleihen. In den Jahren 1521 bis 1536 geschieht im englischen Königshaus, das halb Europa beherrscht, viel Gegensätzliches. König Heinrich VIII. stellt sein persönliches Glück über dasjenige Englands, und sein Streben nach einem Nachfolger, einem legitim gezeugten Sohn als Erbfolger wird zu einer fixen Idee. Für diese legt er sich mit der römisch-katholischen Kirche an, duldet eine Exkommunikation und gründet ganz pragmatisch eine eigene, ihm unterstellte christliche Glaubensgemeinschaft - die Anglikanische Kommunion wird geboren.

Es sind wirre und gefährliche Zeiten, die dem König zum Ruf eines tyrannischen Herrschers verhelfen. Sein politisches Geschick lässt nach, und die Spanier sind alles andere als begeistert darüber, wie er mit seiner Ehefrau Katharina von Aragón umspringt. Er jedoch nimmt alles in Kauf, um einen Sohn zu zeugen. Anne Boleyn verführt den König geschickt mit ihren Reizen, doch alle Beteiligten spielen mit ihrem Leben und sind sich des Risikos, das sie dabei tragen, durchaus bewusst.
Heinrich VIII. redet sich gern die Lage schön: Er war mehr Optimist als Realist. Für Komplimente und Schmeicheleien war er charakterlich zeitlebens empfänglich. Anne setzte genau diesen Schwachpunkt ein, um als Majestät angesprochen zu werden.

Philippa Gregory beschreibt ihre authentischen Charaktere sehr anschaulich und menschlich. Alle Facetten der Boshaftigkeit, Falschheit, aber auch der Opferbereitschaft und nicht zuletzt der Menschlichkeit werden hier in vollem Ausmaß bedacht. Mary und Anne Boleyn bewegen sich auf einem schmalen Grat; eine unheilschwangere Stimmung, die sich durch die gesamte Geschichte zieht.
Wer ein wenig die Historie dieser Epoche kennt und mit den tragischen Figuren Heinrich VIII. und Anne Boleyn vertraut ist, der weiß, wie die Geschichte enden wird. Es ist nicht die Spannung der Unwissenheit, die diesen Roman so interessant und lesenswert macht, es ist vielmehr die Art, wie die Figuren auf dem Schachbrett der Politik positioniert werden.

Die Geschichte und das persönliche Schicksal der Protagonisten gehen dem Leser sehr nahe. Es stimmt traurig, wenn man bedenkt, wohin es führen kann, wenn eine Familie entgegen aller Vernunft für die Macht kämpft, dabei ihre Menschlichkeit verliert und die Ihren ins Verderben reißt.
Mary Boleyn liebte den König als Person, als Mann, nicht nur als Herrscher mit Einfluss und Macht. Ihre Schwester dagegen opfert ihre große Liebe für dieses Spiel um Macht und majestätische Würde. Besonders ergreifend empfand ich das Schicksal der ersten Ehefrau Katharina von Aragón. Niemals aufgebend und immer hoffend, erwartet sie ein trauriges Schicksal, das sie desillusioniert im Exil annehmen muss. Auch den Bruder Georg Boleyn erwartet ein unrühmliches Ende, auch er, fällt der Intrige zum Opfer - doch zu welchem Gegenwert?

Heinrich VIII. wird als der Charakter dargestellt, der in dieser Gestalt geschichtlichen Forschung wahrscheinlich am nächsten kommt. Ein vielversprechender, arroganter und eigensinniger Charakter war er, so wie ihn die Autorin beschreibt. Er spielt bei weitem nicht die charakterliche Hauptrolle, eher eine Nebenfigur mit deutlichen Tiefen, die aber nicht als abgründige Verhaltensformen interpretierbar sind. Sein Wille, einen Nachfolger zu zeugen, einen Sohn, der die Königswürde und -bürde übernimmt, ist logisch begreifbar, nicht jedoch um den Preis, den auch er letztlich zahlen muss. Etwas schade fand ich, dass seine Gedanken und seine Persönlichkeit ein wenig untergegangen sind, aber es gibt andere Literatur, die vergleichbar gut und vielversprechend ist und sich stärker mit dem Herrscher selbst auseinandersetzen. Es lohnt sich, sich mit ihm zu befassen.
Wer war Anne Boleyn wirklich? Die neueste Geschichtsforschung beschreibt sie, wie Philippa Gregory auch, als eine gewissenlose, charismatische und gebildete Frau, die wenn sie es musste, vielleicht auch über Leichen ging, dies zumindest in Erwägung zog. Sie war eine von ihrem eigenen Machtstreben verurteilte junge Frau, die mit ihrem Ehrgeiz auch ihren eigenen Niedergang beschwor. Im Roman ist sie keine Figur, an deren Schicksal sich man positiv erinnert, aber auch hier stellt sich die Frage, ob es ihr eigener Charakter und ihre Erziehung waren, die sie zur Intrigantin machten, oder ob nicht die wahren Schuldigen die Hintermänner, also der eigene Vater und der Onkel gewesen sind. Anne Boleyn war die Königin der Tausend Tage, und oftmals wird sie für ihren Tod heroisiert, in anderen Romanen kommt ihr Charakter entsprechend weitaus positiver zur Geltung.

Philippa Gregory hat für den Roman ausgezeichnet recherchiert, auch das wird im Nachwort von ihr angemerkt und unterstreicht nur noch ihre Professionalität als Autorin historischer Romane. Es gibt nur wenige zeitliche oder erzählerische Freiheiten in der historisch verbürgten Handlung. Einzelne Passagen sind freilich von ihr frei interpretiert, aber auch dann sprechen die Indizien ganz klar für Gregorys Interpretation.

Fazit

"Die Schwester der Königin" ist ein hochinteressanter historischer Roman, der den Leser zugleich zu unterhalten weiß. Es geht hier einmal nicht um Schlachten und Kriege, obwohl man sagen kann, dass in diesem Falle das Bett des Königs einem Schlachtfeld gleichkommt.
Der Roman ist leicht verständlich geschrieben und macht Lust darauf, mehr über die drei Boleyn-Geschwister zu erfahren. Wer sich also für englische Geschichte und das Schicksal von Anne Boleyn interessiert, kann guten Gewissens zu "Die Schwester der Königin" greifen.

Originaltitel: The Other Boleyn Girl
Aus dem Englischen von Ulrike Seeberger
Taschenbuch, 693 Seiten
http://www.aufbau-verlag.de
http://movies.universal-pictures-inter national-germany.de/dieschwesterderkoenigin/
http://de.wikipedia.org/wiki/ Heinrich_VIII._%28England%29

Produktinformation
Broschiert: 693 Seiten
Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 2., Aufl. (Januar 2008)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3746623758
ISBN-13: 978-3746623757

Vielen Dank fürs Lesen und Kommentieren
Michael Sterzik

Emotionalität auf hohem Niveau!!!
5 out of 5 stars.
Die Schwester der Königin, ist ein Film, der durch historische Wahrheit mit einem Hauch Hollywood-Fimmacherfreiheit besticht...
2 Schwestern, die mit den Werten "suche dir einen mächtigen Mann der Geld hat, Der dafür sorgt, dass unsere Familie gut dasteht" erzogen wurden, werden zu Spielbällen der Macht, die eine mehr die andere weniger...
Besonders begeistert hat mich die unglaubliche Leistung von Ms. Portman, die dafür sorgt, dass der Film in einer hohen Liga mitspielen kann... ich gehe sogar so weit, zu sagen, dass sie die Leistungen von Eric Bana & Co durch ihr fantastisches Schauspiel ziemlich aufwertet und dies macht sie zum Herz des Films...
Der Film brennt sich einem ins Gedächtnis und lässt einen so schnell nicht mehr los...
Ich empfehle jedem, der den Film Elizabeth toll fand auch diesen Film anzusehen... überhaupt, ist er ein "MUSST DU DIE ANSEHEN" wert.

Und im Hinterzimmer gründen sie eine neue Kirche
4 out of 5 stars.
"The other Boleyn girl" ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Philippa Gregory. Historische Romane beziehen ja ihren Reiz daraus, Leerstellen der Geschichtsschreibung geschickt sinnvoll zu füllen. Da man über Mary Boleyn herzlich wenig weiß, bietet sie sich ja quasi als (Roman)heldin an. Gegen dieses Vorhaben ist nichts einzuwenden, wenn es sich um anscheinend spannendere Stoffe als die "dröge" historische Wahrheit handelt. Dem ist in diesem Fall allerdings nicht so.

Am Tage von Marys Hochzeit schmeichelt Anne (Natalie Portman) ihrer Schwester, indem sie deren Schönheit lobt und kokett sagt, sie selbst sei ja nur das andere Boleyn-Mädchen. Schon in dieser Szene wird klar, dass Anne Mary (Scarlett Johansson) jederzeit ausbooten könnte, wenn sie nur wollte. Eine (für den Zuschauer spannungsarme) Rivalität nimmt ihren Lauf. Statt sich auf die Konflikte mit Königin Katharina (eine fabelhafte Ana Torrent) zu konzentrieren (die Scheidung Henrys von Katharina ist theologisch und geschichtlich ein besonders spannendes Kapitel) schildert der Film langatmig, wie die beiden um die Zuneigung des Königs buhlen.
Peter Morgan zeichnet für das Drehbuch verantwortlich und lässt kaum ein Klischee unbedient: Während die arme Mary in Wehen liegt, turtelt Henry mit ihrer Schwester (böse, böse, böse!). Als Henry Zweifel an Annes Jungfräulichkeit hegt, fragt er ausgerechnet deren Schwester, seine abservierte Geliebte (sehr glaubwürdig!). Auf Henrys wütenden Vorwurf, der Papst werde ihn im Falle einer Scheidung von Katharina exkommunizieren, schlägt ihm Anne vor, doch Oberhaupt einer neuen Kirche zu werden (zur Religionsstifterin hat es bei Anne nicht gereicht, aber immerhin zur Kirchengründerin).
Ärgerlich ist die Szene, in der Anne ihren eigenen Bruder bittet, sie zu schwängern (um die Fehlgeburt ihres Kindes zu vertuschen). Es klingt so, als habe die Anklage gegen Anne Boleyn einen wahren Kern. Anne war sicherlich eine komplizierte Frau, ihre Hinrichtung diente allerdings der Staatsraison, damit der König erneut heiraten konnte. Freier Umgang mit Fakten sollte nicht gleich zur Geschichtsklitterung führen.
Scarlett Johansson bleibt blass, die rehäugige Unschuld mit leicht geöffneten Lippen lässt sie eher deppert als erotisch erscheinen.

Trotz all dieser Mängel muss man Natalie Portman ausdrücklich hervorheben. Ihre Darstellung einer berechnenden jungen Frau, der letztlich ihr eigener Stolz zum Verhängnis wird, ist beeindruckend und hebt den dramaturgisch mäßigen Film über das Mittelmaß. Eric Bana lässt erahnen, dass er gern mehr aus dem eher holzschnittartig angelegten König herausgeholt hätte, wenn der Fokus nicht so an den Schwestern geklebt hätte. Anyway, ob Hektor, Hulk oder Henry, Eric Bana bleibt einer der heißesten Darsteller überhaupt und hebt jeden Film um einen Stern. Kostümdesign, Ausstattung, Kamera und Musik scheinen zudem eine konzertierte Aktion gestartet zu haben, die Mängel des Drehbuchs zu kaschieren. Respekt. Manchmal fühlt man sich wie in alten Gemälden.

Glücklicherweise belästigt uns die DVD mit keinem Making of. Andere Extras wären willkommen, sind aber nicht vorhanden.
Fazit: Ein ansehnlicher, aber dramaturgisch weniger überzeugender Kostümfilm, meilenweit von Genreklassikern wie "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" oder "Königin für tausend Tage" entfernt. Manchmal musste ich sogar herzhaft lachen, allerdings an den falschen Stellen.




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