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Leucocyte
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| Kurzbeschreibung: | |  |  | | LIVE IN HAMBURG |  |  | | Es ist beinahe, als hätte es in der Luft gelegen. Als wäre es jetzt, genau jetzt so wichtig gewesen, diese Aufnahme zu machen. Gespenstisch, denn Leucocyte transportiert zum ersten mal, was bisher nicht wirklich gelang: eine reelle Ahnung dessen, wer E.S.T. im echten Erleben war. Es ist ein Album voller Geist, ein festgehaltener Augenblick der Seele. Die Töne auf Leucocyteteilen sich direkt mit, dringen in jede Zelle ein, so, wie es bei E.S.T-live-Konzerten der Fall war, wenn man dabei war. Wir werden Esbjörn Svensson, der am 14.6.2008 bei einem Tauchunfall in der Nähe Stockholms tödlich verunglückt ist, nie mehr live erleben. Es ist eine menschliche Tragödie, und ein schrecklicher Verlust für den Jazz. Aber mit Leucocyte ist ein solch persönliches, ein so intimes Denkmal des herausragenden schwedischen Pianisten entstanden, der nur 44 Jahre alt geworden ist. Es ist ein trostspendendes Vermächtnis, und wohl zugleich das stärkste Album von E.S.T.: jeder Anschlag eine Erfahrung; jeder Atemzug eine Berührung. Klarheit ist in jedem Impuls, der kraftvolle Energiestrom des Trios ist überwältigend, berauschend. Leucocyte, der Titel bezieht sich auf die weißen Blutkörperchen, die sich im menschlichen Körper immer und immer wieder reproduzieren. Auch E.S.T. erfanden sich selbst immer wieder auf?s neue, am intensivsten vielleicht bei ihren rein improvisierten Jamsessions, die sie gerne, wenn sie auf Tour waren, in angemieteten Studios abhielten. Leucocyteist das Ergebnis einer dieser intuitiven Studio-Phasen, mitgeschnitten während einer Tournee in Australien, fertiggestellt einen Monat bevor Esbjörn Svensson verunglückte. Die drei Freunde, die mit ihrem einzigartigen, Motiv- und melodiebetonten Stil das Klaviertrio noch einmal revolutionierten, die zuletzt das erfolgreichste Jazzensemble Europas waren, sie zeigen uns hier die Kunst der kollektiven Improvisation in ihrer Vollendung. Das Material auf Leucocyteist besonders neuartig für E.S.T-Aufnahmen; bissiger als sonst, überschäumend, ausgeflippt, noch experimenteller spielen sie. Es muss eine erstaunliche Konzentration in der Luft gelegen haben, als Dan Berglund (bass), Magnus Öström (Schlagzeug) und Esbjörn Svensson (Klavier) diese gewaltigen Improvisationen aufzeichneten. Momente der Überschwemmung, von apokalyptischer Unaufhaltsamkeit, einer musikalischen Präsenz, die alles umwalzt, versetzen den Hörer in einen Raum aus fantastischem, ästhetischem Klang, nehmen ihn mit in akustische Druckwellen, die sich Vulkanartig ausbreiten und ruhig verebben; dann wabern sie weiter, wie ein großer Atem, wie ein Stück (ewiges) Leben; wie ein Hauch von Unendlichkeit. --Katharina Lohmann |  |
| Kundenbewertungen: | |
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|  | Nachdem ich bereits einige CDs von E.S.T. (z.B. Strange place for snow, Seven days of falling, Viaticum) gehört habe und die Band auch bereits zweimal live erleben durfte, war ich sehr bestürzt, von tragischen frühen Tod des Pianisten Esbjörn Svensson aus der Zeitung zu erfahren. Vor diesem Hintergrund stellt das Album Leucocyte wirklich so etwas wie eine düstere Vorahnung dieses Tauchunfalls und damit auch ein Vermächtnis dar. Um dies zu erfahren und ganz in den Strom der Musik eintauchen zu können, sollte man die CD laut hören und sich ganz darauf konzentrieren. Nur wenige Passagen erinnern noch an die melodiösen Klavieläufe Esbjörns der vergangenen Alben und wirken dort, wo sie noch vorkommen, eher wie Zitate aus alten Zeiten. Die Musiker wollten das alte zumindest auf Leucocyte hinter sich lassen, etwas ganz neues wagen. Die Instrumente wirken extrem übersteuert und verfremdet, zum Teil so, als wären sie in ein dichtes Medium wie Watte oder auch Wasser eingebettet. Alles kulminiert dann am Ende in der 28 Minuten dauernden Suite "Leucocyte" . Hier scheint Esbjörns Klavierspiel im Wasser zu ertrinken: mühsam wird das einfache (hilflos und unschuldig wirkende) Motiv immer aufs neue wiederholt, ohne dass es eine Aussicht auf Rettung gibt (interessanterweise klingt dieses Motiv bereits auf der Vorgänger-CD Viaticum an). Gerade diese Passage der CD ist sehr berührend, da hier die Ausweglosigkeit gegenüber dem drohenden Untergang sofort klar wird, dennoch das Motiv in einfacher, aber immer schwächer werdender Intensität fortgeführt wird. Zwischenzeitlich hört man sogar aus der Ferne sehr deutlich so etwas wie Martinshörner. Auch werden zu Beginn elektronisch verzerrte Wortfetzen hörbar, die ich aber nicht entziffern konnte. Jedenfalls eine frappierende Vorwegnahme des tragischen Tauchunfalls Esbjörn Svenssons. Im IV. Teil der Suite (Ad Infinitum) dann doch Hoffnung: Das versterbende Motiv geht allmählich in das zarte Geläut einer blechernden Kirchenglocke (Dorfkirche) über, das allmählich klarer wird, um am Ende von einem aus der Unendlichkeit zu kommen scheinenden strahlenden und hellen Hintergrundsound aufgenommen zu werden (dieses Glockenmotiv klingt bereits im Abspann der Vorgänger-CD Viaticum an). Viele Jazz-Musiker sind bekant für ihre tiefe Spiritualität, die sie in ihre Musik hineinlegen (man denke nur an den Meister John Coltrane). Auch das E.S.T.-Trio bekennt sich mit dieser CD zu dieser Grundhaltung einer Hoffnung über den materiellen Tod hinaus. Alles erscheint als Kreislauf von Sterben und Wiedergeburt, eben wie bei einem Leukozyten.
| | unglaublich bewegendes Meisterwerk | |
|  | mein persönliches Album 2008 und eines der packendsten, emotionalstem, intensivsten u. abgefahrendsten Alben, die ich je gehört habe. am Besten laut u. mit Kopfhörer geniessen (auch die Klangqualität überzeugt).
unglaublich traurig, dass es keine weiteren Alben von E.S.T. geben wird, welch ein riesiger Verlust für die Musikwelt.
| |  | die trauer um esbjörn svensson ist mit diesem album nicht kleiner geworden. aber jetzt kann ich ihn gehen lassen. hab es wirklich ein paar mal versucht mit leucozyte - doch dieses werk klingt wie ein vermächtnis, und damit bin ich bis jetzt nicht klar gekommen. selten hat mich eine scheibe derart bedrückt....
| | Reicht nicht an seine Vorgängeralben heran | |
|  | Ich habe nun dreimal "Leucocyte" durchgehört - während ich diese Rezension schreibe, läuft der vierte Durchgang. Und leider muss ich feststellen: wenn man mal ehrlich ist, ist es kein besonders gelungenes Album. Das darf man aber wahrscheinlich wegen seiner tragischen Begleitumstände nicht laut sagen. Würde Esbjörn Svensson hingegen heute noch quicklebendig bei den Interviewterminen und Pressekonferenzen zu dieser CD sitzen, würden vielleicht in der Fachwelt kritische Fragen gestellt werden.
Ich wünschte mir, das schlechthin geniale Doppel-Album "Live in Hamburg" wäre der krönende Abschluss der e.s.t.-CDs geblieben. Unerreichbar für die meisten anderen Klaviertrios. So aber bleibt für mich zum Abschluss der CD-Reihe der Eindruck, dass diese Tapes aus Australien besser unter Verschluss geblieben wären. Sie mögen entstanden sein als spannende Spielwiese zum Austoben von drei Ausnahmemusikern. Und sie wären vielleicht geeignet gewesen, im privaten (Musiker-)Kreis mal vorgespielt zu werden: "Seht mal, das haben wir damals frei improvisiert aufgenommen. Interessant, nicht?" Und alle hätten genickt. Aber als offizielle CD für den Weltmarkt - das hätte man lieber lassen sollen.
| | wie eine Reise durch das ich??. | |
|  | Ein sehr nachdenkliches Werk.Ein vielfältiges anspruchvolles Musik Kunstwerk das durch schräge Instrumentierung besticht.E.S.T. bleiben unvergessen so wie die Werke von (Bacon,Pollack ? )......Ich habe sie noch Live sehen dürfen in Düsseldorf"ES WAR KLASSE".
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