| Eines vorweg: Es ist ein typisches Microsoftprodukt der Neuzeit mit Zwangsaktivierung, gewissem Eigenleben bei der Installation und einer Menge Features, die der Privatmann nicht wirklich braucht. Aber: Das neue Paket zeichnet sich durch eine etwas bunte aber leicht zu erschließende Benutzeroberfläche aus, die erstmalig so aussieht, als hätte jemand bei der Grundkonfiguration den "Normalanwender" im Hinterkopf gehabt. Die Performance ist gegenüber Office XP in Detailbereichen deutlich ansonsten leicht besser. Der Start der Applikationen (vom Doppelklick bis zur Editierbarkeit) wurde zum Teil drastisch verkürzt. Top! Wie jedes Officepkate - vor allem von den Redmondern - frisst es viel Festplattenplatz. Da aber Plattenplatz bei halbwegs aktuellen Rechnern ein Sekundärproblem ist, sollte das nicht weiter stören. Ein nettes Gimick ist der Picture Manager, der so eine Art Katalog für Bilddateien darstellt - solange man keine ungewöhnlicheren Formate (z.B. Corel Clipart) nutzt, ist das ein nettes Tool dem ein wenig die Strukturiebarkeit sowie Zurückhaltung fehlt: Bei der Installation hat es sämtliche ihm bekannten Dateiendungen auf sich umgeleitet. Für Unternehmen ist eine besonders leckere Beigabe vorhanden: Infopath. Eine Art elektronischer Workflow auf Formularbasis. Ein nettes Tool, dessen Potential ich leider bis jetzt noch nicht detailliert erforschen konnte. Entwickler werden sich freuen, dass das etwas angestaubte und wenig attraktive VBA zwar noch vorhanden ist, aber mit der .NET Technologie seinen (im Microsoft Lager) würdigen und vor allem objektorientierten Nachfolger findet. Erste Tests zeigten, das aber VBA-Macros und Addins laufen, die auch unter Office XP laufen - zumindest einige Eigenentwicklungen, Duden Korrektor und AVG Antivirus. Outlook 2003 ist nun endlich einmal (abgesehen von Risiken wie ActiveX, VBScript etc.) weitgehend im privaten Bereich nutzbar: Eingehende Mails lassen sich automatisch in harmlose Text-Only-Representationen wandeln und ein doch recht zuverlässiger Spamfilter leistet einen recht guten Dienst - abgesehen davon, das man zumindest auf die Vorschau gehen muss, damit der Filter filtert (mit eingeschaltetem HTML Filter lästig aber weitgehend sicher) Outlook 2003 schwächelt vor sich hin, wenn es um die Verwaltung mehrerer verschiedener Mailkonten geht, die zudem noch unterschiedliche Serveinstellungen verlangen. Hier fehlen Grundfeatures wie z.B. die Möglichkeit einem Ordner einen Account zuzuordnen - da kann z.B. die Shreware PostMe deutlich mehr. Fazit: Eine insgesammt gelungene neue Version mit kleinen Mängeln zu einem (gemessen an den gelieferten Tools) hohen, wenngleich akzeptablen Preis. Für alle, die ein Microsoft-Office benötigen ist diese Version gutem Gewissens zu empfehlen. Für Unternehmen ist diese Version sicher eine sinnvolle Investition - vor allem, wenn es noch keine E-Workflow-Lösung gibt. Eines noch zum Schluss: Per Default ist eine anonymisierte Reportfunktion aktiviert, die das Nutzungsverhalten protokolliert und an Microsoft sendet - dies soll der Optimierung zukünftiger Versionen dienen. Abschalten: Help -> Customer Feedback Options..." Bei der Installation übernimmt Office 2003 Einstellungen und Adressbücher aus einer Vorgängerversion (getestet mit Office XP). Ein altes Outlook wird in jedem Fall entfernt, sofern vorhanden. Getestet: Englische Professional Vollversion
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