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Home > Book > Der Schwarm. Sonderausgabe. 10 CDs
Der Schwarm. Sonderausgabe. 10 CDs

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Kurzbeschreibung: 
"Die Yrr haben die Welt für alle Zeiten verändert." Letzter Tagebucheintrag, nachdem die Welt haarscharf am Untergang entlanggeschrammt war. Alles hatte angefangen mit einem peruanischen Fischer. Das letzte was Ucañan in seinem Leben zu sehen bekam, war eine riesige silbrig glitzernde Fläche, die näher kam. Ein Schwarm Goldmakrelen, dachte er erfreut. Ucañan irrte. Was ihn das Leben kostete, sollte sich sehr bald zu einer unheimlichen und existenziellen Bedrohung für den gesamten Planeten auswachsen.

Unter der Meeresoberfläche brodelt es neuerdings gehörig. Im Nordwesten Amerikas verschwinden Wale spurlos, um bald darauf gar nicht mehr artgerecht wieder aufzutauchen. Australien gibt Quallenalarm. Vor Norwegens Küste entdecken Ölbohrfachleute eine unbekannte Wurmspezies, deren monströse Kauwerkzeuge einen halben Kontinent zum Einsturz bringen können. Dem Meeresbiologen und Schöngeist Sigur Johanson schwant Übles: Die gesamte Meeresfauna und -flora scheint sich ferngesteuert gegen die Menschheit zu wenden. Ein wissenschaftliches Dreamteam nimmt den Kampf auf.

Unglaubliche 1.000 Seiten (angeblich Verlagsrekord!), routiniert erzählt und -- so weit es sich überblicken lässt -- solide recherchiert (immerhin ging ein wissenschaftlicher Beraterstab von annähernder Heeresstärke dem Autor zur Hand). Die Ökothematik zerdehnt zwar die Story, aber so nebenbei erfährt man allerhand über die Ölgewinnung auf den riesigen Plattformen vor Norwegens Küste und wird mit dem weit gehend unerforschten Ökosystem Tiefsee vertraut gemacht.

Für den spannenden Plot hat Tausendsassa Schätzing (der Mann leitet eine Werbeagentur, ist Musikproduzent, sieht gut aus und hat eine mehr als bewegte Website), diverse Erfolgsrezepte zusammengerührt und mit Öko abgeschmeckt. Nicht unclever und präventiv erwähnt Schätzing im Roman das Quellgebiet, das er geistig angezapft hat. Michael Crichtons ?uvre, Independence Day, Contact mit Jodie Foster und ganz besonders James Camerons Erfolgsfilm Abyss, sie alle grüßen herzlich aus nicht allzu großer Ferne.

Im letzten Drittel wird kräftig (Methan-)Gas gegeben. Tsunamis schwappen, Gallertartiges triumphiert. Höllengleich mutieren Zellverbände zu formenreichen Glibberwesen voller Tentakel. Knietief jagt Schätzing uns durch den intelligenten Schleim, der die Menschheit vor ihre größte Herausforderung stellt. Beängstigender Ökothriller! Bitte sofort die Ölheizung abdrehen! --Ravi Unger

Ein Fabelrekord! Frank Schätzings infernalische Tiefseemär belegt nun schon seit Monaten die ersten Plätze der Bestsellerliste. Schon wird gemunkelt, Hollywood habe sein begehrliches Auge auf den atemberaubenden Ökothriller des Deutschen geworfen, sonst eher eine Domäne von Crichton & Co. Wir erinnern uns: Orcas greifen unvermittelt Menschen an, Quallen und Krabben blasen zum Angriff, Tiefseewürmer bringen ganze Kontinentalhänge zum Einstürzen, riesige Tsunamis schwappen über halb Europa. Der intelligente Plot um eine entfesselte Meeresfauna, gesteuert von einer geheimnisvollen tiefseeischen Intelligenz, ließ Abertausende von Leserhaaren förmlich zu Berge stehen!

Versteht sich, dass ein Multitalent und Kontrollfreak wie Schätzing auch seine Hörspielfassung generalstabsmäßig durchplante. Zu seinem Leidwesen mussten die sage und schreibe 1.000 Seiten des Buches gehörig eingedampft werden. Eine Straffung, die, so möchte man sagen, der Story gut getan hat. Die Sprecher stellen die Creme des Synchrongewerbes dar, allen voran der füchsische Edelmime Manfred Zapatka als Erzähler. Den Meeresbiologen Sigur Johanson spricht der knarzige Bass Joachim Kerzel, der bereits Jack Nicholsons, Dustin Hoffmans und Anthony Hopkins? deutsche Stimmbänder zum Schwingen bringt. Dauerquasselstrippe Ralph Morgenstern finden wir in einer überraschenden Nebenrolle und -- natürlich Schätzing selbst, der als CIA-Fiesling Jack Vanderbilt debütiert. Auch hier macht der Mann eine gute Figur.

Schätzing-Spezi Loy Wesselburg, Komponist diverser Tatorte, wie auch Dominik Grafs Die Sieger, zimmerte -- zusammen mit dem Autor, versteht sich -- einen Soundtrack, der Hollywood zur Ehre gereicht. Seine maritimen Soundeffekte verwandeln jedes heimische Wohnzimmer zum Zentrum eines furchterregenden Seebebens. Dem ohnehin edel designten Schuber fügte Schätzing noch einen ausführlichen ?Werkstattbericht? bei, versehen mit zahlreichen Schauspielerportraits und Foto-Dokumenten der Aufnahmesessions. Zwölf apokalyptische Tauchfahrtstunden zu den Yrr! Mehr kann man nicht verlangen. Die Sensation geht weiter!

Gekürzte Hörspielfassung, 10 CD im Schuber, Gesamtlaufzeit ca.726 min. --Ravi Unger

Vor Kanada greifen Wale Touristenschiffe an. Merkwürdige, gefräßige Organismen nehmen den norwegischen Meeresboden in Besitz. Etwas scheint das Leben im Meer unter Kontrolle gebracht zu haben und gegen den Menschen zu wenden. Sigur Johanson, Biologe und Schöngeist, sieht eine Katastrophe heraufdämmern. Gemeinsam mit dem indianischen Walforscher Leon Anawak und der britischen Journalistin Karen Weaver nimmt er den Kampf auf ? gegen eine Macht tief unten im Meer? Die Stimmen von Manfred Zapatka, Joachim Kerzel, Mechthild Großmann, Ralph Morgenstern, Ulrike C. Tscharre, Frank Schätzing u. v. a. verdichten das Duell Mensch gegen Schwarm zu mächtigen Bildern, untermalt von gewaltigen Soundeffekten und opulenten Kompositionen: Hollywood für die Ohren!

Hörspiel
Laufzeit ca. 726 Minuten
Sprecher: Manfred Zapatka, Mechthild Großmann, Joachim Kerzel, Frank Schätzing u. a.

Frank Schätzing, Jahrgang 1957, lebt gleich mehrere Leben. Als Kreativchef einer Werbeagentur, Musiker und Musikproduzent, begeisterter Hobbykoch und seit Mitte der Neunziger als Schriftsteller. Mit >Der Schwarm< hat sich Schätzing, selber ausgebildeter Taucher, einen Traum erfüllt, nachdem er die Idee der Geschichte tatsächlich Jahre zuvor geträumt hatte. Frank Schätzing lebt und arbeitet in Köln.
Anawaks Gedanken rasten. Wahrscheinlich war der Rumpf bereits an einigen Stellen gerissen. Er musste etwas tun. Vielleicht konnte er die Tiere irgendwie ablenken.
Seine Hand fuhr zum Gashebel.
Im selben Moment zerriss ein vielstimmiger Schrei die Luft. Aber er kam nicht von dem weißen Dampfer, sondern erscholl gleich hinter ihm, und Anawak wirbelte herum.
Der Anblick hatte etwas Surreales. Direkt über dem Boot der Tierschützer stand senkrecht der Körper eines riesigen Buckelwals. Beinahe schwerelos wirkte er, ein Wesen von monumentaler Schönheit, das krustige Maul den Wolken zugereckt, und immer noch stieg er weiter empor, zehn, zwölf Meter über ihre Köpfe hinweg. Den Herzschlag einer Ewigkeit lang hing er einfach nur so am Himmel, sich langsam drehend, und die meterlangen Flipper schienen ihnen zuzuwinken.
Anawaks Blick wanderte an dem springenden Koloss entlang. Nie hatte er etwas zugleich so Schreckliches und Großartiges gesehen, nie aus solcher Nähe. Alle, Jack Greywolf, die Menschen in den Zodiacs, er selber, legten den Kopf in den Nacken und starrten auf das, was nun auf sie zukommen würde.
"Oh mein Gott", flüsterte er.
Wie in Zeitlupe neigte sich der Leib des Wals. Sein Schatten legte sich auf das rote Fischerboot der Umweltschützer, wuchs über den Bug der Blue Shark hinaus, wurde länger, als der Körper des Riesen kippte, schneller und immer schneller ...
Anawak drückte das Gas durch. Das Zodiac schoss mit einem Ruck davon. Auch Greywolfs Fahrer hatte einen Blitzstart zuwege gebracht, aber seine Richtung stimmte nicht. Das klapprige Sportboot schlingerte auf Anawak zu. Sie prallten zusammen. Anawak wurde nach hinten gerissen, sah den Fahrer über Bord und Greywolf zu Boden gehen, dann raste das Boot in entgegengesetzter Richtung davon, während seines mit voller Fahrt wieder auf die Blue Shark zuhielt. Vor seinen Augen begruben die neun Tonnen Körpermasse des Buckelwals das Fischerboot unter sich, drückten es mitsamt seiner Besatzung unter Wasserund schlugen auf den Bug der Blue Shark. Gischt spritzte in gewaltigen Fontänen hoch. Das Heck des Zodiacs schoss steil nach oben, Menschen in roten Overalls wirbelten durch die Luft. Kurz balancierte die Blue Shark auf ihrer Spitze, pirouettierte um die eigene Achse und kippte seitwärts. Anawak duckte sich. Sein Boot schnellte unter dem umstürzenden Zodiac hindurch, schlug gegen etwas Massives unterhalb der Wasseroberfläche und sprang darüber hinweg. Vorübergehend verlor er den Boden unter den Füßen, dann endlich hielt er das Steuer wieder in Händen, riss es herum und bremste ab.
Ein unbeschreibliches Bild bot sich ihm. Vom Boot der Umweltschützer waren nur noch Trümmer zu sehen. Die Blue Shark trieb kieloben in den Wellen. Menschen hingen im Wasser, wild paddelnd und schreiend, andere reglos. Ihre Anzüge hatten sich selbständig aufgepumpt, sodass sie nicht versinken konnten, aber Anawak ahnte, dass einige von ihnen tot sein mussten, erschlagen vom Gewicht des Wals.
Ein Stück weiter sah er die Lady Wexham mit deutlicher Schlagseite Fahrt aufnehmen, umkreist von Rücken und Fluken. Ein plötzlicher Stoß erschütterte das Schiff, und es legte sich noch mehr auf die Seite. Vorsichtig, um niemanden zu verletzen, steuerte Anawak das Zodiac zwischen die treibenden Körper, während er einen kurzen Funkspruch auf Frequenz 98 losschickte und seine Position durchgab.
"Probleme", sagte er atemlos. "Wahrscheinlich Tote."
Alle Boote im Umkreis würden den Notruf hören. Mehr Zeit blieb ihm nicht. Keine Zeit zu erklären, was geschehen war. Ein Dutzend Passagiere waren an Bord der Blue Shark gewesen, außerdem Stringer und ihr Assistent. Hinzu kamen die drei Umweltschützer. Siebzehn Menschen insgesamt, aber im Wasser zählte er deutlich weniger.
"Leon!"
Das war Stringer! Sie schwamm auf ihn zu. Anawak ergriff ihre Hände und zog sie an Bord. Hustend und keuchend fiel sie ins Innere. In einiger Entfernung sah er die Rückenschwerter mehrerer Orcas. Die schwarzen Köpfe und Rücken hoben sich heraus, während sie mit hoher Geschwindigkeit auf den Unglücksort zuhielten.
Sie legten eine Zielstrebigkeit an den Tag, die Anawak nicht gefiel. Dort trieb Alicia Delaware. Sie hielt den Kopf eines jungen Mannes über Wasser, dessen Anzug nicht wie die anderen von Pressluft gebläht war. Anawak lenkte das Boot näher an die Studentin heran. Neben ihm stemmte sich Stringer hoch. Vereint hievten sie zuerst den bewusstlosen Jungen und dann das Mädchen an Bord. Delaware schüttelte Anawaks Hände ab, hängte sich sofort wieder über den Bootsrand und half Stringer, weitere Menschen ins Innere zu ziehen. Andere näherten sich aus eigener Kraft, reckten die Arme, und sie halfen ihnen hinein. Das Boot füllte sich schnell. Es war viel kleiner als die Blue Shark und eigentlich schon zu voll. Hastig griffen sie zu, während Anawak weiter die Wasseroberfläche absuchte.
"Da schwimmt noch einer!", rief Stringer.
Ein menschlicher Körper hing reglos im Wasser, das Gesicht nach unten, der Statur nach männlich, mit breiten Schultern und Rücken. Kein Overall. Einer der Umweltschützer.
"Schnell!"
Anawak beugte sich über die Reling. Stringer war neben ihm. Sie packten den Mann bei den Oberarmen und zogen ihn hoch.
Es ging einfach.
Zu einfach.


Kundenbewertungen: 
Starker Beginn - Schwaches Ende
2 out of 5 stars.
kann mich der "ein Sterne Fraktion" nur anschließen: was auf den ersten Seiten gut begonnen hat, läßt auf den letzten 400 Seiten genauso stark nach. Überflüssig, diese zu lesen.
Dennoch: wegen der ersten 300 Seiten lohnt das Buch (bis dahin).

Plagiat!
2 out of 5 stars.
Die Idee ist von Alan Dean Foster's "Cachalot" gestohlen, das nach meiner Meinung viel besser ist; sogar einige Einzelheiten sind entliehen. Der Schwarm ist nicht schlecht geschrieben, auch recht spannend,aber er trieft nur so von Klischees -böses..böses US-Militär und Geheimdienste, braver integerer Naturbursche etc.

Gut, unterhaltsam und lesenswert.
4 out of 5 stars.
Ich hatte eine etwas andere Ausgabe von diesem Werk, wobei das Cover eine brandende Welle zeigte, unter dem ein misteriöses, fischförmiges Auge prangte. In Kombination mit dem Klappentext auf der Rückseite, hat das Buch richtig lust zum Lesen gemacht. Und diese Lust wurde dann im Nachhinein auch nicht enttäuscht. Es hat wirklich Spaß gemacht, diese 1000 Seiten zu verschlingen. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Geschichte wirklich spannend und dynamisch erzählt.
Jetzt darf man aber nicht zu viel von diesem Buch erwarten. Der Autor setzt sich auf seine Weise mit den Gegebenheiten auseinander, die den Figuren in der Geschichte widerfahren. Viele machen ihm dabei den Vorwurf, nur Klischee's zu bedienen und keine wirklichen Persönlichkeiten in der Geschichte handeln zu lassen. Das sehe ich jedoch etwas anders. Auch wenn Anawak ein heimatloser Indianer auf der Suche nach seiner Indentität ist, die Wissenschaftler merkwürdige Eigenbrödler sind und das Militär (meistens) skrupel- und verantwortungslos handelt, bin ich nicht der Meinung, dass das jetzt ein großes Problem darstellt. Im inneren der Erde sitzt kein kleiner Klischee-Teufel, der sich die bösen Klischee's ausdenkt und sie in unsere Köpfe pflanzt. Klischee's entstehen meistens dadurch, dass sich der Großteil der betreffenden Leute wirklich so benimmt, verhält oder tatsächlich so ist. Natürlich entstehen Klischee's auch durch Vorurteile. Aber dieses Buch ist kein wandelndes Vorurteil, sondern gibt nur Situationen wieder, wie sie durchaus passieren könnten. Was soll denn der Autor nach Ansicht von einigen machen? Einen bunten Hund entwerfen, den es so wohl niemals geben wird, nur um dem Vorwurf des Klischee's zu entfliehen? Er lässt die Charaktere ja nicht dumm oder verantwortungslos handeln. Nach dem Motto: "Der Neger kann kein Deutsch."
Das ist absolut nicht der Fall, von daher weiß ich nicht, wo das Problem liegt.
Außerdem ist dieses Buch, in meinen Augen, weder zu langatmig, noch besitzt es zu viele Handlungsstränge und handelnde Personen. Ich finde es sehr erfrischend, mal zu lesen, dass das private Leben von Menschen nicht schlagartig endet, sobald etwas mehr Arbeit ins Haus steht. In anderen Büchern versteift man sich dann nur noch auf die Haupthandlung und lässt die privaten Sorgen und Nöte seiner Figuren einfach weg. Ich fand es ganz witzig zu lesen, dass, obwohl die Welt vor dem Abgrund steht, der heimatlose Indianer trotzdem noch auf der Suche nach sichselbst und seiner Heimat ist. Ist doch nunmal so! Nur weil man im Begriff ist, eine große Prüfung zu schreiben oder sich gerade eine mittlere Katastrophe anbahnt, ist man doch trotzdem noch in diesen und jenen verliebt oder spart auf sein Auto, oder was weiß ich. Warum denn auch nicht? Und jeder hat nunmal seine Geschichte und wird nicht einfach so in den Plot geschmissen. Es sind halt keine Pappkameraden, die anscheinend erst anfangen zu existieren, sobald sie in der Handlung auftauchen. Nebenbei ist die Handlung mit Personen auch keinesfalls überladen. Mit allen wichtigen und unwichtigen Personen, kommt man vielleicht auf 20 Leute. Die wird man ja wohl noch auseinanderhalten können, im wirklich Leben kennt man ja mit Familie, Arbeitskollegen etc. auch mehr als nur 3 Personen.
Das Sinnieren, Aufzählen und Erklären von, über, unter oder wegen Fakten, finde ich kaum fehl am Platze oder langatmig. Natürlich gibt es vieles, was man schon weiß, aber darauf kommt mindestens genauso viel, was man nicht weiß. Ich finde, dass das viele vergessen, wenn sie sich über die Erklärungswut des Autors aufregen. Die neuen Infos werden als selbstverständlich hingenommen. Aber man sollte bedenken, dass das Buch nicht persönlich für einen selber verfasst wurde, sondern viele Menschen erreichen soll. Und nicht jeder hat Ahnung vom Ölbohren oder vom Mechanismus der DNA-Transkription. Warum auch? Man kann nicht alles wissen. Das dieses Werk fachlich nicht 100%ig korrekt ist und philosophisch keine Bäume ausreißt, ist doch auch kein Problem. Es ist ein Roman, der in erster Linie unterhalten soll und das tut er auch. Dass es da keine Jubelschreie von Philosophen und Biologen (ich muss es wissen, ich bin einer) hagelt, weiß Herr Schätzing, glaube ich, selber. Was er im Buch geschildert hat, ist zumindest im Ansatz denkbar und wer eine korrekte, wissenschaftliche Abhandlung der DNA-Evolution und Nukleinsäuren-Chemie haben möchte, darf gern meine Schulbücher ausleihen und sich belesen. Tut mir leid, wer solche Erwartungen in einen Roman setzt, der kann doch nur enttäuscht werden.

Ich komme auch hier nicht drumherum auf meine Vorrezensenten einzugehen, die das Werk in der Luft zerrissen haben. Ja, tausend Seiten hätten es nicht sein müssen und nein, ich habe kein Geld von Schätzing bekommen. Mir hat das Buch einfach nur sehr gefallen und es ist jedem sein gutes Recht, das Buch schlecht zu finden. Aber kein gutes Haar dran zu lassen, weil da anscheinend nicht die Geheimnisse des Lebens drinstehen, halte ich für arg übertrieben. Herr Schätzing hat nicht alles richtig gemacht, die Hollywood-Action zum Schluss hat mich sehr genervt und manche Passagen sind wirklich etwas überdehnt (deswegen 4 Sterne, ich hätte gern 5 gegeben). Es ist nicht die Bibel der Geschichtenerzähler, das soll es auch nicht sein und wenn man mit der Einstellung an die 1000 Seiten rangeht, kann man sich auf ein langes Lesevergnügen einstellen. Dieser Roman regt (besonders zum Schluss) einfach zum Nachdenken und Träumen an. Und was will man mehr?

sehr spannend - aber die letzte CD sollte man wegwerfen
4 out of 5 stars.
Das Meer und seine Lebewesen spielen völlig überraschend verrückt und greifen uns (die Menschheit) an. Klingt vielversprechend - ist es auch!
Eine wirklich packende Geschichte rund um eine geheimnisvolle Macht im Ozean, die in der Lage ist, den Verstand der Meerestiere zu kontrollieren. Viele Dinge sind sehr gut recherchiert und unterstreichen den Aufwand, der zweifellos hinter diesem Werk steht.

Vereinzelte langweilige Kapitel fallen angesichts der vielen spannenden Stellen ebenso wenig ins Gesamtgewicht, wie die Parallelen zu Abyss. Nervig hingegen ist die Verwendung von "Plötzlich". Mitunter hört man es in 30 Sekunden-Abständen! "Plötzlich hier - unterbrochen von einem plötzlichen... und das alles ganz plötzlich - während aber ebenso plötzlich gerade dort..."

Unglaubwürdig ist das Verhalten der "Guten" auf dem Weg zum Showdown. Wie ein Heer aus Lemmingen wetteifern sie darum, wer zuerst über die Klippe springen darf, um das Ende vom Buch nicht erleben zu müssen. Während zwei sich noch um den Suizid streiten, ergreift der Nächste in der langen Reihe der Freiwilligen die Gelegenheit zu einem schnellen Abgang. Das "Ich-will-zuerst"-Massensterben unter den Protagonisten entbehrt jeder Logik rational handelnder Menschen, passt aber leider gut zu dem massiven Einbruch gegen Ende des Hörspiels. Wirklich schade, denn diese gute Geschichte hätte sich ein würdiges Finale verdient.

Fazit: Für sein Geld erhält man 723 Minuten an reiner Hörspiel-Zeit. Die meisten davon sind wirklich spannend und sehr gut gelesen. Bei CD Nummer 10 habe ich dann allerdings gehofft, dass mir jemand eine falsche Disk reingepackt hat. Hätte diese einfach gefehlt, wäre es ein besseres Ende gewesen. Mein Tipp: Nach 9 CDs einfach aufhören!


Das Meer schlägt zurück...
4 out of 5 stars.
Zugegeben, es hat ca. 100 Seiten gebraucht, bis ich in die Handlung dieses 1000 Seiten-Mammutwerkes hineingefunden habe. Der Autor läßt sich auf dem Weg zum eigentlichen Kernpunkt der Geschichte viel Zeit und beginnt mit der Schilderung verschiedener Ereignisse an unterschiedlichen Orten der Erde, die jedes für sich genommen noch relativ harmlos wirken, aber in der Summierung ein Schreckensszenario erahnen lassen.

Da sind z. B. Wale, die plötzlich Menschen angreifen, hochgiftige Quallen, die die Küste Südamerikas erobern, Würmer mit riesigen Kiefern und Zähnen, die vereistes Methan im Flachmeer vor Norwegen verspeisen, Algen, die angriffslustig über die Kanalisation ins Trinkwasser geraten, blinde Krabben, die New York belagern und Muscheln, die Schiffe auf hoher See überfallen - um nur einige Beispiele zu nennen.
Aus diesen unglaublich vielen Einzelfällen entsteht plötzlich ein Bild des Grauens - und Schätzings Endzeitatmosphäre läßt einen nicht mehr los!
Es kommt zu immer schnelleren Szenenwechseln und immer spannenderen Handlungsabläufen und zum Schluss ist man überrascht, wie kurz ein 1000 Seiten-Buch doch sein kann...

Ein süchtig machendes, spannend geschriebenes Buch, mit einer unmissverständlichen ökologischen Botschaft, das zum Nachdenken anregt.




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