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Reise im Mondlicht. Sonderausgabe. 5 CDs
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| Kurzbeschreibung: | |  |  | | In der Eisenbahn ging noch alles gut. Aber dann, in Venedig, entdeckt Mihály die Gässchen. Mit seiner Frau Erzsi ist er nach Italien gekommen, eine Reise, die er sich lange aufgespart hat, jetzt aber aus gutem Grund zu unternehmen getraute: Denn das Paar ist auf Hochzeitsfahrt, und die kann am besten unter der Seufzerbrücke besiegelt werden. Aber Abends zieht Mihály allein durch Venedig und gerät in das Labyrinth der Gässchen, die ihn umschlingen und als anderen Menschen wieder auszuspeien scheinen. Bereits am nächsten Tag zieht Mihály allein durch Ravenna, um sich die Mosaiken anzusehen, "denn jetzt wusste er schon, dass er mit Erzsi vieles nicht teilen konnte". Die Mosaiken hatte er sich zuvor zusammen mit seiner Jungendliebe Eva in einem Bildband betrachtet und spätestens jetzt wird dem Leser klar, warum der Protagonist von Reise im Mondlicht bisher nicht nach Italien gekommen ist. Denn diese Entdeckungsfahrt durch die antiken Kulturen war seiner großen Liebe vorbehalten gewesen, die offenbar Erzsi doch nicht gewesen ist. Als ihm dann noch ein alter Freund nachreist, um ihn mit seiner Vergangenheit zu konfrontieren und er seine junge Frau am Bahnhof symbolischerweise "aus den Augen verliert", wird Mihálys Italienreise endgültig zu einem Trip in die eigene, rebellische Jugend: Ein Trip, bei dem er auf der Suche nach Eva wie besinnungslos durch das vom Mond beschienene nächtliche Rom gerissen wird. Kennern der ungarischen Literatur galt Antal Szerbs 1937 erstmals erschienener Roman Reise im Mondlicht schon seit jeher nicht nur als bedeutendstes Buch des Autors, sondern als einer der größten Romane seiner Heimat in den 30er-Jahren. Nun ist das Buch erstmals auf Deutsch erschienen -- spät, aber noch nicht zu spät, will man meinen. Glücklicherweise auch hat der Deutsche Taschenbuch Verlag mit Christina Viragh eine Übersetzerin gefunden, die Szerbs nuancenreiche, teils ironische, teils sentimentale Prosa adäquat zu übertragen verstand. So ist Reise im Mondlicht zu einer rundherum gelungenen Wiederentdeckung geworden. Unbedingt lesen. --Stefan Kellerer |  |
| Kundenbewertungen: | |
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| bin vollauf begeistert und angenehm überrascht | |
|  | Das war mal wieder ein Buch ganz nach meinem Geschmack: kurzweilig erzählt - ein Muss für jeden Italienliebhaber mit den tollen atmosphärischen Beschreibungen von Landstrichen und Städten - und dabei gibt es tiefe Einblicke in die Seelenzustände der Suchenden, Einsamen, Liebenden, Lebenshungrigen, Lebensmüden, Kunstinteressierten, Fragenden. Erstaunlich, dass es schon "so alt" ist und so viel moderne, aber wahrscheinlich auch zeitlose, Gedanken in sich birgt.
| |  | Deutschmanns Stimme ist nicht so ganz das meine, dabei kann ich nicht mal genau festmachen, was mich stört, sondern nur, daß ich mir einen besseren Leser vorstellen könnte. (Vielleicht liegt es einfach am persönlichen Hörempfinden, daß hier Geschichte und Stimme nicht harmonieren) Trotzdem war dieses Hörbuch allein aufgrund der Handlung ein absoluter Genuß. Die Geschichte plätschert dahin und beinhaltet doch so viel Gefühl, Emotion..... Wunderbar, hören!!
| |  | Mihály wähnt sich am Ziel seiner Hoffnungen und Wünsche: Nachdem er nach rastlosen Jugendjahren doch als gehorsamer Sohn in das väterliche Geschäft eingetreten ist, soll die gerade geschlossene Ehe mit der umschwärmten Erszi nun sein bürgerlich-solides Leben perfekt machen.
Auf der Hochzeitsreise in Italien begegnen die Frischvermählten János, einem etwas zwielichtigen Jugendfreund Mihálys, der ihn bittet, den gemeinsamen Bekannten Ervin zu suchen. Dieser soll als Mönch nach Italien gegangen sei. Mihály lehnt mit Hinweis auf seine Hochzeitsreise ab; die Begegnung mit der Vergangenheit überwältigt ihn jedoch so stark, dass er kurz darauf - nach einer absichtsvoll-unabsichtlichen Verwechslung - einen falschen Zug besteigt und seine junge Frau verlässt.
Das ist der Beginn einer odysseehaften, fiebrigen Reise durch Italien, bei der er immer stärker in der Erinnerung zurückkehrt zu den prägenden Menschen seiner Jugend, den Geschwistern Éva und Tamás Ulpius. Mit diesen teilte er einst ein Anderssein, das Verweigern der Anpassung an die bürgerliche Ordnung und eine tief empfundene Todessehnsucht, die Tamás letztendlich zum Selbstmord getrieben hat. Diese Todessehnsucht beginnt auch Mihály zu befallen.
Die Ungewissheit über die Umstände von Tamás' Selbstmord, seine ungeklärten Gefühle gegenüber Éva und die zunehmende Erkenntnis, mit dem Beruf und der Ehe nur vor sich selbst geflohen zu sein, treiben ihn immer weiter. Er findet Ervin und erfährt, das auch Éva in Italien ist. Er muss sie finden...
Szerb ist mit diesem Reise- und Entwicklungsroman eine überzeugende Geschichte gelungen: Sie ist gekonnt komponiert, sowohl in den Landschafts- als auch den "Seelenbeschreibungen" der Charaktere äußerst gelungen und spannend erzählt. Auch die weiteren Figuren empfand ich als glaubhaft, selbst wenn sich bemerkenswert viele Ungarn in Italien über den Weg laufen.
Insgesamt eine große Wiederentdeckung eines zu Unrecht zwischenzeitlich (außerhalb Ungarns) in Vergessenheit geraten Schriftstellers, der dem menschenverachtenden Terror der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen ist.
Eine ausdrückliche Leseempfehlung.
| |  | Antal Szerb ist ein in Vergessenheit geratener ungarischer Schriftsteller, der 1945 starb. "Reise im Mondlicht" ist einer seiner wenigen Romane, der erst 2003 ins deutsche übersetzt wurde. Zunächst hatte ich kein gutes Gefühl. Die Sprache schien plump und die Charaktere flach und oberflächlich beschrieben. Doch nach den ersten vier Kapiteln stieg Szerb in die Tiefe seines literarischen Könnens, zauberte elegante Sprache und bedeutungsschwere Inhalte. Mihály und Erzsi befinden sich auf Hochzeitsreise in Italien, was in dem verträumten, lebensunfähigen Mihály seine ganze Sehnsucht nach Jugend und Freiheit weckt und ihn aus seinen angepassten, in Formen gepressten Bahnen ausbrechen lässt. Er verlässt Erzsi und verfällt einer rastlosen Suche, der Sehnsucht nach Vergangenem, nach Irrealem. Fast scheint der Tod eine unausweichliche Folge dieser vergeblichen Suche, als sich alles dreht und das Leben über den Tod siegt. Szerb erfasst die Stimmung des Fin de Siècles und schreibt eindrücklich und gefühlvoll. Ein Buch voll farbenprächtiger Facetten, für den einen nur die Beschreibung einer italienischen Rundreise, für den anderen die Vollendung des Todesthemas, ein Spiel mit den fein herausgearbeiteten Figuren oder ein Genuss der wohlklingenden und bestechenden Sprache und die diffizile Verarbeitung diverser tiefenpsychologischer Aspekte. Man benötigt ein Gespür für literarische Weltliteratur und sensibles Einfühlungsvermögen, um diesen Roman zu lieben.
| |  | Erst am Schluß des Romans findet eine "Reise im Mondlicht" statt. Da fährt unser Romanheld mit seinem Vater nach Budapest zurück. Der Zug fährt im Mondlicht durch die Toskana, unser Held denkt über das Leben nach, nicht zum ersten Male in diesem Roman, aber nun kommt er zum Schluß, daß das Leben gelebt werden muß, man weiß nie, was noch geschehen wird. Der Autor dieses Romans, der eine Fundgrube schlauer Sprüche, feiner Einsichten und wunderschöner Italienbilder ist, heißt Antal Szerb. Er ist in Ungarn geboren und von den Nazis ermordet worden. Der Roman wurde jetzt erst in Deutschland vorgelegt, spät, aber nicht zu spät. Er ist eines jener Werke, das man liest und sich aus der Zeit genommen fühlt. Man ist nahe bei den Figuren, nahe bei den Dingen, die einem auf ein Mal wichtiger sind, als das, was um einen herum passiert. Wundervoll. Wundervoll vor allem, weil es so viele kluge Wahrheiten enthält, so viele genau beobachtete Allgemeingültigkeiten und so viel Humor. Unser Held ist ein Traumtänzer, ein liebenswerter aber mit dem Leben nicht gerade besonders vertrauter Geselle. Er ist seiner Jugendzeit verhaftet geblieben, hängt seinem Freund nach, dessen Schwester und zwei weiteren Menschen. Er flieht der Gegenwart gerade in dem Moment, als er mit seiner Frau auf der Hochzeitsreise in Italien ist. Er steigt in einen falschen Zug ein und entfernt sich von der gerade Geheirateten im wahrsten Sinne des Wortes. Er hat eine Zeit mit vielen Erfahrungen vor sich, ebenso seine Ehefrau. Und am Ende holt sein Vater ihn aus Rom heim nach Budapest. Mehr verrate ich nicht an dieser Stelle, aber ich bin gern bereit über diesen Roman zu jeder Zeit zu diskutieren. Man muß ihn nur gelesen haben, man sucht schon einige Zeit, bis man etwas gleichwertiges in die Hand bekommen wird.
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