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Bildung. Alles was man wissen muß. 12 CD's: Höredition - Sonderausgabe
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| Kurzbeschreibung: | |  |  | | Das Buch ist natürlich eine Frechheit. Das war nicht anders zu erwarten bei einem Autor, der bundesrepublikanische Bildungszustände mit seinem Erfolgsroman Der Campus dem Gelächter preisgegeben hat. Das Buch ist natürlich nicht die Frechheit, als die es daherkommt. Das ist heute nicht mehr zu erwarten, wo demonstrative Unbildung als ausgesprochen telegen gilt ("Hier wird Sie geholfen!"). Bildung, lautet das Credo derer, die dazugehören, kann man ja nicht lernen, man muss sie erwerben. Mühsam. Ein Leben lang: Klavier mit vier, humoristisches Gumminasium mit Griechisch und Latein, Tanzstunde, Auslandsstudium. Am Ende sagt man dann Sätze, die alle klingen wie bei Schwanitz: "Wie Sie wissen, ist der Strukturalismus nur ein verkappter Neukantianismus." Aber wichtig ist, wie man auf so einen Partysatz zu reagieren hat, um als gebildeter Mensch zu gelten. Zum Beispiel kann man guten Gewissens "ein Geräusch verursachen wie eine Kuh, die zu muhen anhebt, aber es sich dann anders überlegt". Landläufige Bildung in Europa ist ja keineswegs allumfassend. Die Zahl der Themen und Gegenstände, über die es Bescheid zu wissen gilt, ist überschaubar. Ihnen widmet Schwanitz die erste Hälfte des Bandes: Literatur, Kunst, Musik, Philosophie, Ideologien pointiert, witzig und äußerst erhellend dahingeplaudert. Der eigentliche Kern aber ist der zweite Teil, der sich damit beschäftigt, das im ersten Teil erworbene Wissen strategisch richtig und eben "gebildet" anzuwenden. Schwanitz dürfte viel diskutiert werden (kaufen, lesen und -- gebildet -- mitreden!), aber der Band reflektiert ungeachtet der Ironie durchaus ein wichtiges Thema: Was ist Bildung? --Michael Winteroll |  |  | | Einen Bildungskanon am Ende des 20. Jahrhunderts vorzulegen, der die Kernbestände unseres kulturellen Wissens enthält, erfordert Mut. Doch die Krise des Bildungssystems hat allen vor Augen geführt: Wenn wir nicht das Wesentliche vom weniger Wichtigen unterscheiden, verlieren wir die Maßstäbe. Unter diesem Aspekt hat Dietrich Schwanitz unser Allgemeinwissen gesichtet. Dabei hat er unser kulturelles Gedächtnis neu justiert. Als Maßstab dient ihm die gelungene Integration Deutschlands in die Kultur des Westens und die Entstehung einer internationalen Öffentlichkeit im Zuge der europäischen Einigung. Dies eröffnet die Chance, den Kanon an den kulturellen Grundlagen zu orientieren, die wir mit den anderen westlichen Nationen teilen. |  |  | "Lernen Sie 'Bildung - alles, was man wissen muss' von Dietrich Schwanitz auswendig. Anschließend sind Sie so schlau, wie Sie aussehen." Mens Health "Es macht Spaß, Schwanitz zu lesen. Und man lernt eine Menge dabei." Ulrich Greiner, Die ZEIT "Eine Blitztour durch Geschichte und Literatur, Kunst und Weltbilder" Der Spiegel |  |  | | Dietrich Schwanitz, geboren 1940, stammt aus dem Ruhrgebiet und wuchs bei mennonitischen Bergbauern in der Schweiz auf. Er studierte Anglistik, Geschichte und Philosophie in Münster, London, Philadelphia und Freiburg. Von 1978 bis 1997 lehrte er als Professor für Englische Literatur an der Universität Hamburg. Mit seinen Romanen "Der Campus" (1995) und "Der Zirkel" (1998) erreichte der Chefkritiker deutscher Hochschulpolitik ein Millionenpublikum. Sein Wissenshandbuch "Bildung" (1999) entwickelte sich zum Top- und Longseller. Dietrich Schwanitz verstarb im Dezember 2004. |  |  | Schulen Die Schulen leiden in Deutschland an einem quälenden Widerspruch: Die Schüler sollen überall das gleiche lernen, damit die Abschlüsse - vor allem das Abitur - wenigstens ungefähr das gleiche Niveau haben. Aber jedes Bundesland macht seine eigene Schulpolitik, und wie die aussieht, hängt von der Partei ab, von der es regiert wird. Weil aber in einer Leistungsgesellschaft die Karrieren der Menschen vom Bildungssystem abhängen, ist das Schulwesen zwischen den Parteien besonders umkämpft. Deshalb gibt es die beiden Lager der SPD-Länder und der CDU-Länder. Ein Herzensanliegen der SPD ist die Gesamtschule. Sie wurde auf Kosten der Gymnasien besonders gefördert. Man wollte mit der Gesamtschule die Klassengegensätze abbauen und die Chancen für alle erhöhen, durch Bildung gesellschaftlich aufsteigen und ein reiches und erfülltes Leben führen zu können. Außerdem hoffte man, daß die Gesamtschule das fördern würde, was man "kommunikative Kompetenz" nannte und womit man wechselseitiges Verständnis füreinander meinte. Die CDU dagegen setzte weiterhin auf das dreigliedrige Schulsystem mit Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen. Inzwischen kann man sagen, daß von den Ergebnissen her die CDU diesen Streit gewonnen hat: Die Gesamtschule hat nicht gehalten, was man sich von ihr versprach. Alle Leistungsvergleiche beweisen: Gesamtschüler sind schlechter als Schüler der Gymnasien und sogar als Realschüler vergleichbarer Stufen. Und auch die Hoffnung, daß die Unterlegenheit im Intellektuellen durch eine Überlegenheit in sozialer Kompetenz ausgeglichen wird, hat sich nachweislich nicht erfüllt. Die Untersuchungen sind hier nicht kontrovers, sondern belegen eindeutig: Gesamtschulen weisen eine höhere Gewalt- und Kriminalitätsrate auf als andere Schulen, der Drogenkonsum ist höher und die Rücksichtslosigkeit größer, dafür aber sind die Leistungen in Deutsch und Mathematik geringer. Und im allgemeinen ist das Abitur in Ländern, die lange von der SPD regiert wurden, leichter zu haben als in solchen Bundesländern, in der die CDU ein Dauerabonnement auf die Regierung hatte. Entsprechend wird von einem Abiturienten in Hamburg, Nordrhein-Westfalen oder Hessen weniger verlangt als von einem Abiturienten aus Bayern oder Baden-Württemberg. Trotzdem gilt das Abitur überall als Zugangsberechtigung zum Studium, unabhängig davon, wo es gemacht wurde. Das ist ungerecht in doppeltem Sinne: Der bayerische Abiturient muß mehr leisten, um denselben Notendurchschnitt zu bekommen als sein Hamburger Mitschüler; der Hamburger kann also leichter die Hürde der Zulassungsbeschränkung eines Numerus-clausus-Faches überwinden. Andererseits hat der Hamburger Hochbegabte keine Möglichkeit, so viel zu lernen wie sein bayerischer Altersgenosse, weil er nicht so gefordert wird. Bei den inflationierten (entwerteten) Zensuren hat er auch keine Chance, sich auszuzeichnen, und sitzt so zusammen mit einem Haufen mittelmäßiger Schüler im gleichen Boot. Bleibt ihm nur zu hoffen, daß seine Begabung und der Zufall ihn nach Amerika führen, wo er dann bleiben wird. Unter dem Eindruck dieser deprimierenden Ergebnisse haben die Vertreter der Kultusbürokratie auf ein Mittel zurückgegriffen, das sich bewährt hat und in verzweifelten Lagen immer wieder benutzt wurde. Dafür gibt es viele historische Beispiele: Bekanntgeworden etwa sind die Dörfer des russischen Fürsten Potemkin, der seiner Zarin mit transportablen Fassaden eine Fata Morgana blühender Bauernsiedlungen vorgaukelte, oder die gefälschten Statistiken des real existierenden Sozialismus oder des Kaisers neue Kleider. Mit anderen Worten: Das Zaubermittel bestand in der Aufrechterhaltung von Fiktionen, der Leugnung der Realität und dem Ignorieren des Offensichtlichen. Die Kultusminister sind in diesem Falle soweit gegangen, wissenschaftliche Untersuchungen zum Leistungsvergleich der Schulen geheimzuhalten. Deshalb gibt es das Paradox: Fast nirgendwo wird so viel gelogen wie in der Bildungs- und Schulpolitik. Dabei liegt der Haken des ganzen Konzepts in einem einfachen Fehler, den jedes Kind genauso benennen könnte wie die Blöße des Kaisers: Man verwechselt die Chancengleichheit am Anfang des schulischen Leistungswettbewerbs mit der gewünschten Gleichheit der Ergebnisse am Ende. Man konnte es einfach nicht ertragen, daß nach der Öffnung des Bildungssystems für alle - unabhängig von der sozialen Herkunft - es ausgerechnet die Schulen waren, die wieder neue Unterschiede schufen: Diese waren nicht mehr Unterschiede der Herkunft, sondern Unterschiede nach Maßgabe von Begabungen, Lernwillen, Einsatzfreude, Interesse und Ehrgeiz. Was tat man? Man höhlte die fundamentale Sozialtechnik aus, auf der aller Unterricht beruht: die Bewertung von Lernfortschritten durch Zensuren, anhand derer ein Schüler sich selbst einschätzen, vergleichen und motivieren kann. Zensuren sind keine absoluten, sondern Vergleichsmaßstäbe; wie Geld machen sie Unvergleichbares vergleichbar. Für jeden sehr guten Schüler gibt es einen mittelmäßigen oder schlechten, der sich von ihm unterscheidet. Ohne schlechte sind gute Schüler nicht zu haben. Das aber wurde geleugnet. Die Zensuren wurden inflationiert. Das war wie bei der Inflation des Geldes: Jeder hat zwar jetzt die Brieftasche voller Tausender, aber dafür konnte er sich nichts kaufen. Jeder Schüler, der nicht direkt schwachsinnig war, bekam jetzt eine passable oder sogar eine hohe Punktzahl; aber sie war nichts mehr wert und hatte ihre Aussagekraft verloren. Was in der Sprache die Phrasen, wurden in den Schulen die Zensuren: sie bedeuteten nichts mehr. Damit brachen an den Schulen die Normen zusammen. Für Jugendliche, die von Haus aus sehr normativ denken, war das ein Anlaß, ihre Schule geringzuachten; sie konnten sich mit so einer Institution nicht identifizieren. Die Verachtung ergriff auch die Lehrer, die einem schrecklichen Schicksal ausgesetzt wurden. |  |
| Kundenbewertungen: | |
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|  | Eine Bibliothek in einem Buch - lohnt sich für alle die ihr Allgemeinwissen verbessern wollen. Macht Spaß zu lesen!
| |  | Ich habe das Buch mit großer Neugier in Angriff genommen, die widersprüchlichen Rezensionen taten ihr übriges hinzu. Um zu einem eigenen Urteil zu kommen, habe ich mich dann zuerst den Kapiteln gewidmet, in denen ich mich selbst ausreichend auszukennen glaube - und da wurde mir dann doch eher schlecht. Haarsträubendes bis schlichtweg Falsches, elegant verpacktes Halb- oder Unwissen, anachronistisches Durcheinander und Ahnungslosigkeit, wohin man nur sieht. Im Kapitel "Musik" reicht das faktische Wissen kaum über durchschnittliches Unterstufenniveau am Gymnasium hinaus - und da ich ähnliches dann auch für andere Bereiche befürchten muss, habe ich mir die weitere Lektüre erspart. Das Ganze erscheint wie ein ziemlich aufgeblähtes Schein-Bildungs-Geprotze, das dann wirklich höchstens für Thekengespräche ausreichen dürfte. Ich kann nur abraten!
| |  | der dickste und schickste stichpunktzettel in meinem bücherregal. wer wissen sucht, soll den brockhaus lesen. wer seine mitschriften aus der schule schon vor jahren ins altpapier geworfen hat, kann hier reinschauen.
| | "Alles was man wissen muß... | |
|  | ...wenn man Dietrich Schwanitz Horizont als ausreichend akzeptiert" wäre wohl ein passenderer Titel für dieses Werk.
Im ersten Teil gibt Schwanitz einen durchaus lesenswerten, wenn auch teilweise oberflächlichen Überblick über die Bereiche, auf die er die Bildung begrenzt. Leider erlaubt ihm sein eingeschränktes Weltbild nicht, wichtige Geisteswissenschaften wie die Mathematik zu behandeln.
Diese Arroganz ist auch der Grund, aus dem der zweite Teil das Gesamtwerk endgültig entwertet. Dieser ist mehr noch als der erste geprägt von Schwanitz Dogma, nur ihm geläufige Gebiete seien salonfähig und hat in erster Linie eine gebildete Selbstdarstellung zum (Lern)ziel. Das ist bedauerlich, denn einige der Inhalte sind durchaus richtig, wichtig und wissenswert.
Fazit: Wer in der Lage ist, dieses Buch differenzierend zu lesen, es also weder wegen seiner snobbistischen Beschränkung des "wissenswerten" ablehnt (ich habe aus ebendiesem Grund drei Anläufe gebraucht, da ich es mehrfach angewidert beiseite gelegt habe) noch Schwanitz lehrer- und gönnerhafte Verhaltenstipps zu ernst nimmt, der vermag trotz aller Mängel Gewinn aus der Lektüre zu ziehen.
Die Bewertung setzt sich aus diesen drei Punkten zusammen: Fakten: 3 Punkte Präsenstation: 1 Punkt Vollständigkeit: 2 Punkte
gemittelt: 2 Punkte
| | Verkürztes Bildungsverständnis | |
|  | Schwanitz Buch lässt sich in zwei Teile splitten: Ein Teil über das "Wissen" und einen über das "Könen" (Wie verhält man sich gebildet). Im ersten Teil stellt Schwanitz eine Auswahl vom ihm als wichtig erachtetem Wissen vor; er verliert hier aber kein Wort darüber warum er genau diese Auswahl als trefflich und dem Anspruch des Buches nach definiorisch für Bildung hält. Ist jemand der nicht all diese Sachen weiß nicht gebildet? Was ist mit jemandem der viel weiß, aber dessen Wissensmasse sicht nicht mit Schwanitz' Auswahl deckt? Der zweite Teil ist gerade zu ein Hohn auf die Bildungsidee Humbolds; es ist eine verkürte Stilisierung einen bestimmten Gesellschaftsklasse, nicht aber der "wahren Bildung" im Sinne des Menschen der sich durch Bildung selbst erkennt. Schwanitz verkürzt in seinem Buch Bildung auf eine Auswahl von Wissen und bestimmtes Verhalten. Darf und kann es das sein? Ich denke nein! Genau der Aspekt den er vergisst würde seinem Buch das Genick brechen: Bildung ist auch die Fähigkeit zum Nachdenken, zu Reflexion und Kritik. Eben genau nicht eine Wissensauswahl zu lernen und sich Schwanitz' Verhaltensweisen unterordnen und sich dann für gebildet halten. Bildung ist nicht ein Handwerk, das sich durch Übereinstimmung mit vorgegebenen Rahmen erlernen lässt. Nicht Schwanitz' bildet, der Mensch und das Leben bilden.
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