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Home > Book > Die Therapie
Die Therapie

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Kurzbeschreibung: 
Keine Zeugen, keine Spuren, keine Leiche. Josy, die 12-jährige Tochter des bekannten Psychiaters Viktor Larenz, verschwindet unter mysteriösen Umständen. Ihr Schicksal bleibt ungeklärt. Vier Jahre später: Der trauernde Viktor hat sich in ein abgelegenes Ferienhaus zurückgezogen. Doch eine schöne Unbekannte spürt ihn dort auf. Sie wird von Wahnvorstellungen gequält. Darin erscheint ihr immer wieder ein kleines Mädchen, das ebenso spurlos verschwindet wie einst Josy. Viktor beginnt mit der Therapie, die mehr und mehr zum dramatischen Verhör wird ?
Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren, von wo aus er heute als Journalist und Autor für zahlreiche Hörfunkstationen und TV-Sender tätig ist. "Die Therapie" ist sein erster Roman.
Viktor setzte sich auf das Ledersofa, verband den Laptop mit dem Aufladegerät und versuchte, nicht an das Wochenende vor dem Schicksalstag zu denken. Erfolglos.

Vier Jahre.

48 Monate, die ohne ein Lebenszeichen von Josy vergangen waren. Trotz mehrerer Großfahndungen und bundesweiter Aufrufe an die Bevölkerung durch die Medien. Selbst eine zweiteilige TV-Sondersendung hatte keine vernünftigen Hinweise ergeben. Trotzdem weigerte sich Isabell, ihre einzige Tochter für tot erklären zu lassen. Aus diesem Grund war sie auch gegen das Interview gewesen.

"Es gibt nichts abzuschließen", hatte sie ihm kurz vor der Abfahrt gesagt. Sie standen in der Kiesauffahrt ihres Hauses, und Viktor hatte bereits das Gepäck in dem schwarzen Volvo-Kombi verstaut. Drei Koffer. Einen für seine Kleidung, die beiden anderen gefüllt mit allen Unterlagen, die er seit dem Verschwinden seiner Tochter gesammelt hatte: Zeitungsausschnitte, Protokolle und natürlich die Berichte von Kai Strathmann, dem Privatdetektiv, den er engagiert hatte.

"Es gibt nichts, was du verarbeiten oder beenden musst, Viktor", hatte sie insistiert. "Gar nichts. Weil unsere Tochter nämlich noch lebt." Es war nur konsequent, dass sie ihn hier auf Parkum allein ließ und wahrscheinlich gerade in irgendeinem New Yorker Bürohochhaus an der Park Avenue in irgendeinem Meeting steckte. Das war ihre Art, sich abzulenken. Mit Arbeit.

Er zuckte auf dem schwarzen Sofa zusammen, als ein glühendes Holzscheit im offenen Kamin lautstark in sich zusammenfiel. Auch Sindbad, der die ganze Zeit unter dem Schreibtisch geschlafen hatte, fuhr erschreckt hoch und gähnte jetzt vorwurfsvoll die Flammen an. Der Golden Retriever war Isabell vor zwei Jahren auf dem Parkplatz am Strandbad Wannsee zugelaufen.

"Was fällt dir ein? Willst du etwa Josy durch einen Köter ersetzen?", hatte er damals seine Frau in der Eingangshalle ihrer Villa angeschrieen, als sie mit dem Tier nach Hause kam. Er war so laut gewesen, dass die Haushälterin im ersten Stock schnell ins Bügelzimmer verschwand.

"Wie sollen wir das Vieh denn deiner Meinung nach nennen? Joseph?"

Wir immer hatte Isabell sich auch in dieser Situation nicht provozieren lassen. Hatte ihrer hanseatischen Abstammung aus einer der ältesten Bankiersfamilien Norddeutschlands wieder alle Ehre gemacht. Lediglich ihre stahlblauen Augen verrieten ihm, was sie in diesem Augenblick gedacht hatte:

"Wenn du damals besser aufgepasst hättest, wäre Josy jetzt hier bei uns und könnte mit diesem Hund spielen."

Viktor hatte es begriffen, ohne dass sie einen Ton hätte sagen müssen. Und die Ironie des Schicksals wollte, dass sich das Tier vom ersten Tag an Viktor als Bezugsperson aussuchte.

Er stand auf, um in der Küche neuen Tee zu zubereiten. In der Hoffnung auf ein zweites Mittagessen trottete Sindbad müde hinterher ihm her.

"Vergiss es, Kumpel". Viktor wollte ihm gerade einen freundschaftlichen Klaps geben, als er merkte, wie das Tier die Ohren anlegte.

"Was hast du?" Er beugte sich zu ihm runter und plötzlich hörte er es auch. Ein metallisches Schaben. Ein Klirren, das in ihm eine alte Erinnerung wachrief. Noch konnte er sie nicht einordnen. Was war das?

Viktor schlich langsam zur Tür.

Da. Wieder. Wie eine Münze, die auf Stein gekratzt wird. Noch mal.

Viktor hielt den Atem an. Und dann fiel es ihm ein. Es war das Geräusch, das er als kleiner Junge oft gehört hatte, wenn sein Vater von einem Segelausflug zurückkam. Es war das metallische, klirrende Geräusch, das ein Schlüssel erzeugte, der gegen einen Tonkrug schlug. Und es entstand, wenn sein Vater den Haustürschlüssel vergessen hatte und den Ersatzschlüssel unter dem Blumentopf am Eingang hervorholte.

Oder jemand anderes?

Viktor verkrampfte sich innerlich. Jemand war vor der Tür und kannte das Schlüsselversteck seiner Eltern. Und dieser Jemand wollte offenbar hinein ins Haus. Zu ihm.

Mit pochendem Herz schritt er die Diele entlang und spähte durch den Spion der schweren Eichenholztür. Nichts. Er wollte gerade die vergilbten Jalousien zurückziehen, um rechts neben der Haustür aus dem kleinen Fenster blicken zu können, als er es sich anders überlegte und noch mal durch das Guckloch an der Haustür hindurch sah. Entsetzt wich er zurück. Sein Puls raste. Hatte er das gerade wirklich gesehen?

Viktor spürte einen leichten Anflug von Gänsehaut auf seinen Unterarmen. Er hörte sein eigenes Blut in seinen Gehörgängen rauschen. Und er war sich ganz sicher. Kein Zweifel. Für den Bruchteil einer Sekunde hatte er ein menschliches Auge gesehen, das offenbar von draußen aus ins Innere des Strandhauses blicken wollte. Ein Auge, das er irgendwoher kannte, ohne genau sagen zu können, wem es gehörte.

Reiß dich zusammen, Viktor!

Er atmete tief durch und riss die Tür auf.

"Was wollen ...?" Viktor brach mitten im Satz ab, den er lautstark der unbekannten Person auf seiner Schwelle hatte entgegenschleudern wollen, um ihr einen gehörigen Schrecken einzujagen. Aber da war niemand. Weder auf seiner Holzveranda noch auf dem Gehweg zur etwa sechs Meter entfernten Gartenpforte, noch auf der unbefestigten Sandstraße, die zum Fischerdorf führte. Viktor stieg die fünf Stufen zum Vorgarten hinunter, um unter den Vorbau der Veranda zu schauen. Hier hatte er sich als kleines Kind immer vor seinen größeren Geschwistern beim Spielen versteckt. Doch selbst im Dämmerlicht der langsam untergehenden Nachmittagssonne konnte er noch gut erkennen, dass außer einigen welken Blättern, die der Wind hierher geweht hatte, da nichts und niemand war, um ihn und seine Ruhe zu stören.

Viktor fröstelte etwas und rieb sich die Hände, während er die Treppe wieder hinaufeilte. Der Wind hatte die hellbraune Eichentür fast von alleine zugeschlagen, und Viktor musste sich anstrengen, sie trotz des heftigen Windzuges zu öffnen. Er hatte es gerade geschafft, als er mitten in seiner Bewegung innehielt.

Das Geräusch. Schon wieder. Es klang etwas weniger metallisch und heller, aber es war wieder da. Und dieses Mal kam es nicht von außerhalb. Es kam aus dem Wohnzimmer.

Wer immer hier auf sich aufmerksam machen wollte, stand nicht mehr vor der Tür. Er war bereits im Haus.



Kundenbewertungen: 
ein super fesselndes Buch
5 out of 5 stars.
Das Buch habe ich innerhalb von 2 Tagen verschlungen. Es ist super spannend und man kann es einfach nicht mehr aus der Hand legen.
Also ich kann es nur weiter empfehlen.

Einer der besten Psychothriller die ich gelesen habe bisher...
5 out of 5 stars.
Nachdem ich in der letzten Zeit hauptsächlich Werke von Katzenbach und anderen US Autoren gelesen habe, entschied ich mich für einen deutschen Autor.
Da ich deutschen Autoren mit gewisser Skepsis entgegentrat bisher, muss ich gestehen, dass Fitzek mich eines besseren belehrt hat!
Das Buch ist durchweg spannend und geht unter die Haut. Der Plot erfährt mehr als nur einmal eine überraschende Wendung undzwar bis zum Schluss der Geschichte.
Alles in allem eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für alle Liebhaber guter Psychothriller. Ich werde mir auf jeden Fall weitere Werke Fitzeks besorgen.

KLASSE!!!!!
5 out of 5 stars.
Klasse Debütroman!!!! Vielschichtig, undurchsichtig und am Ende GLASKLAR und überraschend. Ich wurde in die Irre geführt und das ist mal ein echtes Kompliment an den Autor. Mir gefällt der Schreibstil so sehr, dass ich mir gleich mal alle anderen Romane in der Bücherrei bestellt habe. Das soll was sagen! Also absolut lesenswert.
Genialer Psychothriller!!!!

Absolut weiterzuempfehlen
5 out of 5 stars.
Ich tue mich eigentlich eher schwer damit, mir neue Bücher zu kaufen, wenn ich vorher nicht mal ausführlich reinschnüffeln konnte. Bei diesem Buch bot sich mir die Gelegenheit einer kurzen Leseprobe und ab diesem Moment konnte ich es zugegebenermaßen nicht erwarten, es selbst in den Händen zu halten. Eigentlich bin ich kein Fan von Psychothrillern, aber dieses nette kleine und äußerlich eigentlich gar nicht so auffällige Taschenbuch lässt mich meine Meinung noch mal überdenken.

Der Autor spart sich jeden langweiligen und langatmigen Einstieg, der oft über gruselig ausführliche Vorgeschichten der einzelnen Figuren führt, sondern schmeißt den Leser gleich voll ins Geschehen.

Fast schon etwas unfreiwillig fühlt man während des Prologs mit dem völlig verstörten und verzweifelten Vater mit, als er entdeckt dass seine Tochter verschwunden ist.

Und schon das nächste Kapitel macht Lust auf mehr, denn während das Geschehen im Prolog offenbar in der Vergangenheit liegt, führt der Autor den Leser in die Gegenwart, "...mehrere Jahre später...", was die Neugierde weckt zu erfahren, was in der Zwischenzeit wohl passiert sein mag, zumal sich Zustand und Aufenthaltsort des Vaters Viktor doch recht drastisch verändert haben. Es brennt dem Leser unter den Nägeln herauszufinden, wie es zu diesem Umschwung kommen konnte, was dazu geführt hat.

Und auch das Ende bietet eine Klasse für sich, denn es ist in keiner Weise vorhersehbar. Zeitweilig lockte das Ende einen kleinen Schmunzler hervor, doch es ist ein lebhaftes, passendes Ende, das viele Überraschungen für den Leser bereit hält.

Würde man, um die Spannung des Buches darzustellen, einen Faden zwischen zwei Wände spannen, so müsste er kurz vorm Zerreißen sein - so mein Empfinden. Ich habe das Buch bestellt, erhalten, zu lesen begonnen und erst wieder aus der Hand gelegt, als ich es beendet hatte. Selten hat mich ein Buch so gefesselt, haben mich immer neue Wendungen so in den Bann geschlagen. Es ist das erste Buch von Sebastian Fitzek in meinem Bücherregal. Es wird nicht das letzte bleiben!

wow!
5 out of 5 stars.
Ich will gar nichts mehr zum Inhalt dieses Thrillers sagen.........kurz und gut: wer bis zur letzten Seite spannend unterhalten werden will, es liebt, immer wieder neue Wendungen vorgelegt zu bekommen, auf Spannung steht, die nie wirklich nachlässt, nicht weiß, wem er in einer Geschichte trauen kann: der ist mit diesem Thriller wirklich bestens unterhalten.
der Roman ist einer der wenigen, die ich in letzter Zeit gelesen habe, der die Bezeichung "Thriller" verdient: Spannung pur, Mehrbödigkeit, nichts ist so, wie es scheint--------ich konnte ihn erst um 1 in der Nacht weglegen, als ich am Ende war.
Das Buch ist schnell zu lesen, Spannung und Atmosphäre werden super aufgebaut und das Grauen lauert hinter jeder Ecke. Und wenn man glaubt, man weiß, was mit der kleinen Josy passiert ist, biegt die Geschichte wieder um die nächste Ecke! Wow!






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