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Schmetterling und Taucherglocke
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| Botschaft vom Grunde des Ozeans. | |
|  | Jean-Dominique Bauby war 43 Jahre alt, als ihn ein Gehirnschlag all seiner bisherigen Lebensmöglichkeiten beraubte. Bauby war Chefredakteur der Zeitschrift Elle. Er liebte das Leben, die Frauen und die Annehmlichkeiten seiner Existenz. Als Folge des Gehirnschlags bleibt Bauby als Gefangener in seinem eigenen Körper zurück. Das seltene Locked-In-Syndrom hält ihn bewegungslos und starr gefangen. Er kann lediglich den Kopf geringfügig bewegen und ein Auge öffnen und schließen. Aber in diesem Wrack von Körper steckt ein lebendiger Geist, der alles registriert und der sich mitteilen will. Bauby schafft es, allein mit Hilfe seines Auges Botschaften an seine Umwelt zu senden. Nur mit einem Buchstabiercode und dem Blinzeln des Auges diktiert er das Buch Schmetterling und Taucherglocke. Kurz nach Veröffentlichung des Werkes stirbt Bauby im Jahr 1997.
Wer könnte so eine Geschichte erfinden? Niemand! Das bleibt allein dem Leben vorbehalten. Bauby vergleicht seine Situation mit dem Aufenthalt in einer Taucherglocke am Grund des Ozeans. Niemand aus unserer Welt kann ihn erreichen, er kann unsere Welt nicht mehr betreten. Aber sein Auge ist wie die Verbindungsschnur zwischen diesen beiden Welten. Mit seiner Hilfe transportiert Bauby Botschaften an die Oberfläche. Wie eine Flaschenpost voller Poesie strömen seine Gedanken aus dem Verlies seines Körpers in unser Denken. Bauby, für den das exklusive Leben in der Pariser Gesellschaft selbstverständlich war, erkennt erst jetzt das Wunder, das in einer streichelnden Hand, einem Kuss oder allein der Möglichkeit, sich selbst zu rasieren, liegt. Er hält uns einen Spiegel vor Augen, in den wir selbst viel zu selten hinein schauen. So ist Schmetterling und Taucherglocke mehr als ein Buch, das auf seltsame Art und Weise zustande kam. Es ist eine Botschaft; von einem der unsere Welt verlassen hat und sie von weit draußen betrachtet. Dabei sieht sein Blick das Ganze und nicht nur den kleinen Ausschnitt unserer kleinen, eitlen Welt, die wir um uns herum aufgebaut haben.
Ich habe das Buch Schmetterling und Taucherglocke genau so genossen, wie den Film. Wer das Buch liest, wird sich den Film bestimmt anschauen. Und wenn er ihn gesehen hat, liest er vielleicht noch einmal das Buch, um anschließend den Film wieder in den Player zu legen... Die Geschichte Jean-Dominique Baubys ist so bewegend wie lesenswert. Es gibt eine Menge zu lernen...
| | Pflichtlektüre für medizinisches Personal | |
|  | Bauby beschreibt eine schwere Störung der Kommunikationsfähigkeit, bei völlig klaren Gedanken, aus der Sicht des Patienten. Das Buch ist kurz und sehr gut geschrieben. Der Autor war Journalist, die Übersetzung ist hervorragend. Dieses Buch sollte Pflichtlektüre werden für Medizinstudenten, Krankenpflegeschüler, Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte, denn es schult das Einfühlungsvermögen (hoffentlich).
| | lebenszeichen aus der taucherglocke | |
|  | was geht in einem vor, wenn man auf einmal aufwacht und nicht mehr herr über seinen körper ist, angewiesen auf hilfe in jeder "lebenslage", wenn man so sagen darf, sich nur mehr über ein augenzwinkern mitteilen kann? Bauby beschreibt seine gefühle, worüber er in seiner taucherglocke nachdenkt, und motiviert uns nachzudenken, was unser leben uns wert ist, was wir mehr wertschätzen sollten und was wir machen möchten, bevor uns unsere zukunft einholt! ein kleiner minuspunkt, ist die manchmal schwerfällige übersetzung aus dem französischen.
| |  | Nachdem mich das Thema sehr interessiert und jeder von diesem Buch so begeistert war, habe ich es mir schenken lassen. Ich bin sehr enttäuscht, mir ist das Buch zu emotionslos. Zu viele Alltagsgeschichten und Erinnerungen und zu wenig über ihn, über seine Gefühle und Gedanken während dieser sicherlich schwierigen Zeit.
Mir hat das Buch nicht gefallen und ich hoffe, dass im Film mehr rüberkommt. Ich werde ihn mir auf jeden Fall anschauen.
| | Erschütternd und lehrreich | |
|  | Über sechs Jahre lang haben meine Mutter, meine Schwester und ich unseren Vater versorgt, der nach einem Schädel-Hirn-Trauma ein ähnliches Schicksal wie Herr Bauby durchleben musste: vollkommen gelähmt, unfähig zu schlucken, zu sprechen, inkontinent, aber bei vollem Bewußtsein. Kurz nach dem Unfall meines Vaters habe ich dieses Buch gelesen. Nachdem ich selbst ein solches Grauen hautnah miterleben musste, bewundere ich den Autor umso mehr dafür, dass er unter den gegebenen Umständen die Kraft und das Durchhaltevermögen gefunden hat, das Buch zu schreiben. Man lernt viel über den Umgang mit Menschen, die sich aus dem Leben gerissen, bei vollem Bewußtsein in einer so furchtbaren Situation wiederfinden. Man lernt beispielsweise auf kleine Dinge zu achten, mit denen man solchen Personen das Leben ein kleines bisschen leichter und menschenwürdiger machen kann. Muss man zum Beispiel mit einem erwachsenen Mann reden wie mit einem Kleinkind oder ihn anschreien wie einen Schwerhörigen - nur weil er nicht antworten kann?! Das Achten auf vermeintliche Kleinigkeiten kann für den betroffenen Patienten Wohlbefinden (im Rahmen der Möglichkeiten) oder tiefste Verzweiflung für Stunden bedeuten. Beispiele: Fenster auf /zu, Sonne oder Licht blendet, Licht brennt Tag und Nacht und stört den Schlaf, idiotisches Fernsehprogramm läuft stundenlang in voller Lautstärke, interessantes TV- oder Radio-Programm wird einfach abgeschaltet, Kleidung wird schlampig und gedankenlos angezogen (dicke Fleecejacke bei warmem Sommerwetter, wohingegen bei Minusgraden schon mal ein Kurzarm-T-Shirt reichen muss; Falten in der Kleidung oder im Bettuch verursachen Druckstellen auf der Haut... die Liste ließe sich unendlich fortsetzen.
Allein die Tatsache, dass man in allen Aspekten des täglichen Lebens auf fremde Hilfe angewiesen ist und noch nicht einmal die banalsten Dinge des Alltags selbst entscheiden kann, ist unvorstellbar. Wie arrangiert man sich als lebenslustiger, aktiver Mensch mit einem solchen Schicksal?! Wenn dann noch Hilflosigkeit, Gedankenlosigkeit, Ignoranz, Überforderung und/oder die Unfähigkeit seitens des Pflegepersonals, der Ärzte und der Angehörigen, sich in Andere hinein zu versetzen, dem Patienten das Leben vollends zur Hölle machen, dann ist es nicht verwunderlich, wenn diese zynisch oder verbittert werden.
Meiner Meinung nach sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre werden für alle Menschen, die mit solchen Patienten in Berührung kommen - Pflegepersonal, Ärzte, Angehörige.
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