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Michael Tolliver Lives (P.S.)
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|  | Wer "Stadtgeschichten 7" erwartet, wird enttäuscht sein. Michael "Mouse" Tolliver erzählt jetzt aus der Ich-Perspektive. Die lebendige, chaotische, exotische Aufbruchstimmung der "Stadtgeschichten" ist verschwunden. Eine neue Welt ist an die Stelle getreten, nach AIDS und im Zeichen von 9/11 und George W. Bush. Michael ist als HIV-positiver einer der Überlebenden, er lebt jetzt in einer Ehe mit dem wesentlich jüngeren Ben, er hat Abschied vom Jugendlichkeitsideal genommen und lässt sein Leben in ruhigen Bahnen fließen. Altbekannte Gestalten begegnen uns: Anna, Brian, sogar Mary-Ann. Im Vordergrund der Betrachtungen stehen seine Beziehungen, seine Bindungen zu seiner Familie einerseits, zu seinen Freunden andererseits. Viel Bitterkeit kommt auf, als er am Sterbebett seiner Mutter mit seiner Familie konfrontiert wird, die aus religiös-fundamentalistischer Haltung heraus seine Homosexualität und seinen Lebensstil nie wirklich akzeptieren konnten.
Mir ist Amistead Maupin diesmal ein wenig zu mitteilsam über sexuelle Details, aber das ist vielleicht Geschmackssache. Was die Beziehungen betrifft, so schreibt wie immer "mitten ins Herz". Was mich wieder ein wenig ratlos zurücklässt, ist die Tatsache, dass es in seiner Welt keine sympatischen Frauen gibt, die nicht entweder Transsexuelle oder Lesben oder zumindest ausschweifend-bisexuell sind. Aber diese Freiheit sei ihm als Autor zugestanden. Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen.
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